Ein Plakat mit dem Konterfei des Bayernpartei-Ehrenvorsitzenden Andreas Settele. Foto: privat.

„Bayerns Interessen werden dem Machthunger Söders geopfert“

Im Gespräch mit dem Bayernpartei-Ehrenvorsitzenden Andreas Settele

Wut. Kommt jetzt der Aufstand West? – Unser Heft zum Super-Wahl-März. Im März 2026 kommt es zu Wahlen in West-Ländern mit insgesamt knapp 35 Millionen Einwohnern – in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Damit kommt es zu Abstimmungen in Bundesländern mit insgesamt knapp 35 Millionen Einwohnern. In unserem AUFGEWACHT-Heft zum „Aufstand West“ stellen wir mit Blick auf Hessen und Bayern die Mosaik-Rechte vor, die es dort auf kommunaler Ebene jenseits der AfD noch gibt und befragen den bekannten Anwalt und Influencer Dubravko Mandic zum Stand der Dinge im Westen. Hier bestellen!

Am 8. März tritt die Bayernpartei zu Kreistags-, Stadtrats-, Gemeinderats- und Landratswahlen im weiß-blauen Freistaat an. Michael Brück sprach mit dem Ehrenvorsitzenden Andreas Settele.

Die Bayernpartei ist die älteste Unabhängigkeitsbewegung, die in Deutschland in Parteiform existiert. Aktuell ist es vergleichsweise jedoch ruhig um Ihre Partei. Wie verläuft die Entwicklung der Bayernpartei in den letzten Jahren und wo setzen Sie Schwerpunkte?

In Deutschland hat sich die politische Lage stark verändert. Wenn Parteien kaum oder gar nicht in den Medien vertreten sind, ist es schwer, gewählt zu werden. Deshalb freut es mich doch sehr, dass das Internet uns starken Zulauf an neuen Mitgliedern beschert. Außerdem hat es einige Änderungen in der Parteiführung gegeben, von denen neue Impulse zu erwarten sind. Wir werden uns verstärkt auf die kommunale Ebene konzentrieren, mit den bereits vorhandenen Mandatsträgern unsere Fraktionen in den Stadt- und Gemeinderäten und Kreistagen ausbauen. Sind wir dort stark vertreten, wird eine Strahlwirkung in die großen Städte einsetzen, und wir werden unserem großen Ziel, dem Bayerischen Landtag, schrittweise näherkommen.

Bayern und Sachsen sind deutschlandweit die Regionen mit dem wohl größten Zuspruch für die Idee einer Unabhängigkeit, sei es in Form einer gänzlichen Abspaltung oder einer Autonomie. Welche Vision schwebt Ihnen als idealtypisches Modell in Bayern vor, wenn Sie 2035 die Regierungsmacht in den Händen halten?

Nun, ich glaube, da muss man noch weit über 2035 hinausschauen. Aber nichtsdestotrotz ist es unser Ziel, ein eigenstaatliches Bayern zu realisieren. Wir wissen von verschiedenen unabhängigen Umfragen, dass bis zu 35 Prozent der Bayern dem positiv gegenüberstehen. Wir müssen die Menschen nun überzeugen, dass die Bayernpartei die einzige Partei ist, die das wirklich umsetzen will. Als Staatsmodell werden wir ein demokratischer und föderativ aufgebauter Staat sein. Bayern soll innerhalb von Europa bleiben, aber Europa muss sich ändern. In unserem Bayern soll wieder mehr in den Gemeinden selber entschieden werden und nicht nach weltfremden Diktaten aus Brüssel gelebt werden müssen.

Was passiert mit Franken?

Als Teil der „Europäischen Freien Allianz“ (EFA) ist die Bayernpartei in ganz Europa vernetzt. Wie nützlich sind diese Kontakte im politischen Alltag und zu welchen anderen Parteien (außerhalb der Bundesrepublik) besteht das engste Verhältnis?

Nutzen ergibt sich natürlich dadurch, dass der eine oder andere inhaltliche Punkt von uns durch unsere Freunde im Parlament eingebracht werden kann. Natürlich kann man sich auch gegenseitig helfen und unterstützen. So haben wir schon an verschiedensten Veranstaltungen im Ausland teilgenommen und hatten einige prominente Gäste bei uns. Intensive Kontakte pflegen wir zur Südtiroler Freiheit und dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW).

AUFGEWACHT 3-26: Wut. Kommt jetzt der Aufstand West?

Durch die Spielbank-Affäre konnte die CSU in den 1950er Jahren der Bayernpartei den Rang als bayerische Staatspartei ablaufen, traditionell ist das Verhältnis vergiftet. Die CSU konnte sich am Ende durchsetzen. Was würden Sie jemandem entgegnen, der behauptet, Markus Söder und seine Partei vertreten die bayerischen Interessen?

Die Rolle von Herrn Söder wird nach jeder Wahl deutlicher erkennbar. Hier werden regelmäßig bayerische Interessen dem Machthunger und der Gier des Herren Söder und der CSU geopfert. Der Wähler soll doch mal schauen, wohin der in Bayern erwirtschafte Wohlstand hingeleitet wird, beispielsweise in den Länderfinanzausgleich. Die CSU vertritt nur die Interessen der CDU und von Europa.

Was wird nach der erlangten Unabhängigkeit Bayerns aus Franken?

Vor einigen Jahren wurde ich bei einem Interview des Bayrischen Rundfunks schon einmal das Gleiche gefragt. Die Franken sollen uns jetzt erst mal helfen, Bayern zu verselbstständigen. Wenn ich dann Ministerpräsident bin, können wir sofort in die Verhandlungen über die Unabhängigkeit Frankens eintreten …

Wir danken für das Gespräch!

 Das Interview wurde von Michael Brück geführt.

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