Showdown in Budapest. Die neue AUFGEWACHT 4/26 mit dem Titelthema „Endkampf um Ungarn – Orban gegen die Globalisten“ ist erschienen – und sie ist größer als je zuvor! Ab sofort liefern wir Ihnen dauerhaft 48 Seiten (statt bisher 44) geballte Information und unabhängige Meinung. Titelthema: Die Putschpläne gegen Viktor Orbán und der drohende „Euro-Maidan“ an der Donau. Dazu mehrere Texte und Interviews, unter anderem mit Ignaz Bearth. HIER bestellen!
Viktor Orbán ist der lebendige Beweis dafür, dass es noch Helden gibt – echte Helden in einem romantischen Sinne. Ein Cowboy, der in den Sonnenuntergang reitet. Ein Mann, der Gerechtigkeit auch gegen scheinbar unüberwindliche Widerstände herstellen will. Schon als Rekrut in der Ungarischen Volksarmee geriet er in Schlägereien mit Offizieren, wenn er der Meinung war, dass diese ihn indoktrinieren oder demütigen wollten. In seiner Studentenzeit war er ein Rocker, der in das schillernde Dunkel des Budapester Musik-Untergrunds abtauchte. Er und seine Freunde glaubten an Europa, damals ein zwischen US-Amerikanern und Sowjets aufgeteilter Kontinent. Sie lasen Arthur Koestler und Franz Kafka. Im März 1988 gründete er mit dem Studentenbund Fidesz die vielleicht radikalste Oppositionsgruppe im gesamten Ostblock. Hier ging es nicht um einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“, sondern um einen echten Neuanfang. Er war der richtige Mann am richtigen Ort zur richtigen Zeit.
Zu erfolgreich für Brüssel
Seine vor 200.000 Landsleuten am 16. Juni 1989 auf dem Budapester Heldenplatz gehaltene Rede zur Umbettung des von den Kommunisten hingerichteten Imre Nagy, der Ungarn 1956 kurzzeitig aus dem Warschauer Pakt geführt hatte, entfaltete eine kaum zu überschätzende Wirkung. Orbáns Worte versetzten den Massen die finale Erschütterung. „Wenn wir unseren eigenen Kräften vertrauen, sind wir in der Lage, der kommunistischen Diktatur ein Ende zu bereiten“, rief der spätere Ministerpräsident den Ungarn zu und trug seinen Teil dazu bei, seine Nation in die Freiheit zu reißen (was für ein Unterschied übrigens zu den lahmen und mutlosen Reden, die die halbstaatliche DDR-Opposition am 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz hielt). Doch auf den Rausch folgte der Kater. In den zwei Jahrzehnten nach dem Mauerfall sank Ungarn zeitweise zu einem der ärmsten EU-Länder herab und war 2008 der erste frühere Ostblockstaat, der Notkredite des IWF beantragen musste. Gerade auf dem Gebiet der Ökonomie vollbrachte Orbán in seiner zweiten, im Jahr 2010 beginnenden Amtszeit wahre Wunder.

In den vergangenen 15 Jahren ist die Wirtschaft um 45 Prozent gewachsen, aus dem Sorgenkind wurde ein Vorreiter. Ungarn hat zwischen 2010 und 2023 den größten Anstieg der Geburtenrate in der gesamten EU verzeichnet – von 1,25 auf 1,55 – und arbeitete sich hier vom zeitweise letzten bis auf den zeitweise dritten Platz vor. Das liegt vor allem auch daran, dass Frauen ab dem dritten Kind lebenslänglich steuerfrei gestellt werden. In Brüssel müsste man eigentlich vor Freude über die Entwicklung dieses Landes Purzelbäume schlagen. Genau das macht man aber nicht, stattdessen betrachtet man den Patriarchen von Budapest als gefährlichen Störenfried, der schnellstmöglich entmachtet werden soll. Zu aufreizend seine Erfolge, die beweisen, dass es anders und besser geht und dass Europa vielleicht doch noch eine echte Chance hätte, wenn es sich am Riemen reißen würde. Zu ärgerlich seine geistige und politische Unabhängigkeit, die einen starken Kontrast zum Kadavergehorsam der meisten anderen EU-Regierungschefs bildet.
„Liebe dein Land“
Das gilt besonders für das Gebiet der Außenpolitik. Orbán geht davon aus, dass sich die Welt im Prozess einer fundamentalen Machtverschiebung befindet und Europa und der Westen insgesamt erstmals seit der frühen Neuzeit nicht mehr die führende Position einnehmen. In der Tradition Bismarckscher Außenpolitik versucht er deshalb, sein Land abseits einer einzigen starren Bündnisverpflichtung mit weiteren Allianzen abzusichern, die insbesondere auch auf die aufsteigenden BRICS-Staaten abzielen. Aus Sicht Brüssels ist das aber die Todsünde schlechthin, die nicht ungestraft bleiben darf. Und es wird bei den anstehenden ungarischen Parlamentswahlen am 12. April vor allem auch um Außenpolitik gehen, da Orbáns Herausforderer Péter Magyar schon angekündigt hat, die EU-Sanktionspolitik gegen Russland im Falle eines Sieges voll mittragen zu wollen. Das Eskalationspotential nach dem 12. April 2026 ist jedenfalls hoch, es hängt vom Wahlergebnis und der Akzeptanz der Ergebnisse ab.
Zum Glück ist Orbán aber selbst ein alter Revolutionär, der mehrere Züge vorausdenken kann. So oder so wird er ein Vorbild für die europäische Rechte bleiben. Bei seinem Besuch in Ungarn vor fünf Jahren äußerte Tucker Carlson, der wohl einflussreichste konservative Journalist der Welt, dass Ungarn zeige, dass man weder viel Geld noch Spitzentechnologie benötige, um das Einwanderungsproblem zu lösen, sondern den Willen, es zu tun. Orbán zeige, wie man regieren müsse: „Liebe dein Land und kümmere dich um seine Menschen.“ Dieser Einschätzung kann man sich nur anschließen!
■ Arne Schimmer
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