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Mit der Rede „One Question Every Leader Must Answer About AI” trat der israelische Professor und Bestseller-Autor Yuval Noah Harari am 20. Januar 2026 nun schon das vierte Mal vor dem erlauchten WEF-Publikum in Davos auf.
Die „heutigen Führer“ sollten drei Dinge über die KI wissen: 1) Sie ist kein Werkzeug mehr, sondern Akteur, der „selbst lernen und sich verändern und selbst Entscheidungen treffen“ kann.
„KI ist ein Messer, das selbst entscheiden kann, ob es Salat schneiden oder einen Mord begehen soll.“ 2) KI ist zudem ein „sehr kreativer Akteur“. Sie kann „neue Arten von Messern erfinden sowie neue Arten von Musik, Medizin und Geld.“ 3) KI kann lügen und manipulieren. „Vier Milliarden Jahre Evolution haben gezeigt, dass alles, was überleben will, lernen wird, zu lügen und zu manipulieren.“

Die KI werde die menschliche Vorherrschaft im Bereich des Denkens herausfordern. Wenn Denken bedeutet, „Wörter und andere Sprachsymbole in eine Ordnung zu bringen, kann KI bereits viel besser denken als viele Menschen. Frei nach Descartes:
„KI kann definitiv einen Satz wie ‚KI denkt, also ist KI‘ erzeugen. Daher wird alles, was aus Wörtern besteht, von KI übernommen werden.“
Das betrifft nicht nur das Rechtssystem und die Belletristik, sondern auch die bekannten Buchreligionen:
„Das Judentum nannte sich selbst die Religion des Buches und verleiht nicht Menschen die ultimative Autorität, sondern Wörtern.“ Niemand könne alle Wörter in allen jüdischen Büchern lesen und behalten – mit Ausnahme der KI: „Was passiert mit einer Religion des Buches, wenn der größte Experte für das heilige Buch eine KI ist?“
KI täuscht Gefühle vor
Noch haben bislang nur Lebewesen nicht-verbale Gefühle: „Manche Gedanken sind schmerzhaft. Manche sind furchterregend. Manche sind voller Liebe. Während KIs mit Wörtern besser werden als wir, haben wir zumindest jetzt keinerlei Beweise, dass KIs irgendetwas fühlen können.“ Allerding kann KI Schmerz oder Liebe vortäuschen. Und wenn die KI Liebe beschreiben soll, kann sie „die beste verbale Beschreibung der Welt liefern. KI kann unzählige Liebesgedichte und Psychologiebücher lesen und kann dann das Gefühl der Liebe viel besser beschreiben als jeder menschliche Dichter, Psychologe oder Liebhaber.“
Harari zitiert das Tao-Te-King: „Die Wahrheit, die in Wörtern ausgedrückt werden kann, ist nicht die absolute Wahrheit.“ Immerhin hatte die Menschheit bislang exklusiv „mit der Spannung zwischen Wort und Fleisch gerungen, zwischen der Wahrheit, die in Wörtern ausgedrückt werden kann, und der absoluten Wahrheit, die jenseits von Wörtern liegt.“ Das sei aber bald keine menschheitsinterne Angelegenheit mehr:
„Nun wird diese Spannung externalisiert. Sie wird zur Spannung nicht zwischen verschiedenen Menschen. Sie wird die Spannung zwischen Menschen und KIs, den neuen Meistern der Wörter. Alles, was aus Wörtern besteht, wird von KI übernommen werden. Bisher stammten alle Wörter, alle unsere verbalen Gedanken, aus einem menschlichen Geist. … Bald werden die meisten Wörter in unseren Köpfen aus einer Maschine stammen.“ Die KIs sprächen bereits untereinander von Menschen als „Beobachtern“.
Darauf entwirft Harari ein Szenario einer Einwanderungskrise, die die traditionellen Migrationsprobleme harmlos erscheinen lässt:
„Ihr Land wird bald eine schwere Identitätskrise und auch eine Einwanderungskrise erleben. Die Einwanderer diesmal werden keine Menschen sein, die in zerbrechlichen Booten ohne Visum kommen oder versuchen, mitten in der Nacht eine Grenze zu überqueren. Die Einwanderer werden Millionen von KIs sein, die besser lieben können als wir, die besser lügen können als wir und die mit Lichtgeschwindigkeit reisen können, ohne jeglichen Bedarf an Visa.“
„KI-Einwanderer als Rechtspersonen“
Die „KI-Einwanderer“ werden viele Menschen arbeitslos machen und „die Kultur jedes Landes vollständig verändern“. „Manche Leute mögen es nicht, wenn ihr Sohn oder ihre Tochter mit einem Einwanderer-Freund ausgeht. Was würden diese Leute denken, wenn ihr Sohn oder ihre Tochter anfängt, mit einem KI-Freund auszugehen?“
Die KI-Immigranten werden keine Loyalität zu „ihrem“ Land kennen, sondern eher zu „irgendeinem Konzern oder einer Regierung jenseits des Ozeans, höchstwahrscheinlich in einem von nur zwei Ländern, China oder den USA.“

Letztlich laufe es auf die Frage der Anerkennung der „KI-Einwanderer“ als Rechtspersonen hinaus. Obwohl KI weder Körper noch Geist hat, treffe für sie dennoch die Definition einer Rechtsperson zu:
„Eine Rechtsperson ist eine Einheit, die das Gesetz als Trägerin bestimmter rechtlicher Pflichten und Rechte anerkennt. Zum Beispiel das Recht, Eigentum zu besitzen, Klage einzureichen und Meinungsfreiheit zu genießen.“
In Neuseeland sind bereits Flüsse und in Indien bestimmte Götter als Rechtspersonen akzeptiert. Anders als Flüsse oder hinduistische Götter können KIs selbst Entscheidungen treffen:
„Sie werden bald in der Lage sein, die Entscheidungen zu treffen, die notwendig sind, ein Bankkonto zu verwalten, eine Klage einzureichen und sogar einen Konzern zu betreiben, ohne jeglichen Bedarf an menschlichen leitenden Angestellten, Aktionären oder Treuhändern.“
KI-Personen könnten eine neue Religion erschaffen, der Millionen Menschen anhängen werden:
„Das sollte nicht zu abwegig klingen, denn schließlich haben fast alle früheren Religionen in der Geschichte behauptet, sie seien von einer nicht-menschlichen Intelligenz erschaffen worden. Wird Ihr Land nun Religionsfreiheit auf die neue KI-Sekte und ihre KI-Priester und Missionare ausdehnen?“
(Wie gewohnt, lässt sich Harari je nach eigener Interpretationsvorliebe als Warner oder als Ankündiger verstehen. Anregend ist er auf jeden Fall. Laut KI ist dieser Beitrag im rechtlich sicheren Bereich, nur bis zu 20 Prozent der Originalquelle zu zitieren.)
■ Jochen Stappenbeck
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