Graphik zum kommenden Energie-Lockdown. Bild: X-Kanal von David Icke.

Die Welt vor der Benzin-Apokalypse

Iran-Krieg: Der Energie-Lockdown rückt näher

Global tobt der Kampf zwischen Russland und China einerseits und den USA andererseits: Auf Kuba, im Iran, in Venezuela, in der Arktis, im Südchinesischen Meer und um die koreanische Halbinsel. In diesem Heft werfen wir einen Blick auf den Zustand der westlichen Vormacht unter Donald Trump. In unserem  Heft „Trump: Genie oder Gangster“ gehen wir der Frage nach, die derzeit unzählige Menschen umtreibt: Ist Donald Trump ein politisches Genie der Realpolitik – oder ein skrupelloser Gangster, der das Völkerrecht verachtet? Mit Analysen zu Venezuela, Iran, Grönland und Taiwan sowie einem Interview mit dem belgischen Geopolitik-Experten Robert Steuckers. HIER bestellen!

Schön, dass die Bundesregierenden gerne die weite Welt bereisen, so erfährt man wenigstens, was sie mit uns vorhaben. So dachte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Dienstag, den 24. März, bei einer Energiekonferenz in Texas laut nach: „Noch sehen wir keine Knappheiten beim Volumen, aber wenn der Konflikt nicht endet, rechnen wir damit vermutlich Ende April oder im Mai.“ Und bei anhaltend hohen Rohstoffpreisen würde ein Verlust von etwa 40 Milliarden Euro durch die hohen Energiekosten entstehen, was auch die Inflation antreiben könnte. Reiche berief sich dabei auf die Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, das diese Summe auf zwei Jahre bei einem Rohölpreis von 100 USD pro Barrel getätigt hatte.

International ist man bereits einige Schritte weiter in der Offenheit über wahrscheinlich schon längst geplante Szenarien: Die Internationale Energieagentur (IEA, Sitz in Paris) hat in jüngsten Stellungnahmen einen ausformulierten Katalog von kurzfristigen Maßnahmen vorgelegt, um den Ölverbrauch – insbesondere im Verkehrssektor – deutlich zu senken. Inhaltlich knüpfen die aktuellen Vorschläge an den „10‑Punkte‑Plan“ von 2022 (Ukraine‑Krieg) an und wurden jetzt auf die neue Krise übertragen.

Angriff auf ein Gebäude des iranischen Rundfunks im Juni 2025. Foto: Von Avash Media, CC BY 4.0.

Die IEA geht davon aus, dass rund 45 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs direkt oder indirekt mit Verkehr zusammenhängen. Ziel ist daher, über Verhaltensänderungen und Regulierung im Verkehr kurzfristig mehrere Millionen Barrel pro Tag einzusparen. Typische Größenordnung aus dem 10‑Punkte‑Plan von 2022: Wenn alle Industrieländer das Paket komplett umsetzen, wären ca. 2,7 Mio. Barrel pro Tag Einsparung innerhalb weniger Monate erreichbar. Tempolimit, Homeoffice, Bündelung von Lieferung, sparsamer Fahrstil u.ä. sind Bestandteile des Katalogs.

„Sie müssen in die Schatten schauen“

Einzelne Länder verhängen erste Rationierungen. Besonders prekär ist die Entwicklung in einem der rohstoffreichsten Länder der Welt, noch dazu der westlichen Welt: Australien. AUFGEWACHT berichtete aus Insiderhand bereits vom Sonderweg dieses ehemaligen Paradieses. „Kriminelle haben begonnen, Benzin aus auf der Straße geparkten Autos abzusaugen“, „164 Tankstellen im ganzen Bundesstaat sind ohne Diesel“. Das sind Nachrichten aus den australischen Medien vom 24. März, die David Icke auf X (800.000 Abos) so kommentierte:

„Genau darum geht es im Iran-Krieg. Sie müssen in die Schatten schauen und sich nicht von der ‚Wir gegen sie‘-Ebene von Trump und Netanjahu gegen Iran usw. blenden lassen. Schauen Sie immer auf das ERGEBNIS und nicht auf das Marionettentheater, denn das verrät alles! Vergleichen Sie dieses Ergebnis dann mit der Agenda des globalen Kults, getrieben von der anders-dimensionalen Kraft, die Menschen in 15-Minuten-Isolationen aufteilt, nur verbunden durch das Internet, das der Kult kontrolliert. Das Ergebnis und die Agenda können durchgesetzt werden, wenn man die Energieversorgung zum Kollaps bringt, von der Reisen, Nahrung und fast alles andere abhängt. Der Kult geht aufs Ganze und arbeitet durch alle Seiten, um seine weltweit getestete „Covid“-Lockdown-Agenda durchzusetzen. Merken Sie sich: Knappheit = Abhängigkeit = Kontrolle.“

(Nebenbemerkung: Als ich 2014 bis 2018 an einer südkoreanischen Uni bei Daegu Seminare über die Globalisierung gab, hatte ich den Studenten auch Auszüge aus den Büchern von Icke zugemutet, um sie mit seinen „verrückten“ Thesen aus der Reserve zu locken. Hätte ich gewusst, wie präzise sie sich bereits ein Jahrzehnt später manifestieren, hätten wir uns die anderen Sachen sparen können.)

Verhältnis Rohölpreis und Benzinpreis:

Der Rohölpreis hat sich im Vergleich zum Jahresanfang 2026 fast verdoppelt (das wäre der Fall bei 120 USD pro Barrel), was aber auf die Preise an den Tankstellen nur einen bedingten Einfluss hat. Zu ungefähr 60 Prozent werden die Benzinpreise in Deutschland durch die Steuern geprägt: Energiesteuer (65,45 Cent/Liter Superbenzin), CO₂-Abgabe (aktuell 17 Cent/Liter), 19 Prozent Mehrwertsteuer und Erdölbevorratung ergeben bei derzeit zwei €/Liter rund 1,10–1,20 € Steuern. Im EU-Vergleich liegt Deutschland im oberen Bereich (EU-Durchschnitt: 51%); Länder wie die Niederlande oder Finnland schöpfen noch mehr ab, die osteuropäischen Länder deutlich weniger. Derzeit fließen 45 Sprit-Milliarden Euro in die Staatskassen. Aus dieser Perspektive ist der politische Handlungsspielraum relativ groß. Die Politik könnte Steuern senken, zum Beispiel die Energiesteuer temporär aussetzen, die CO₂-Steuer pausieren und die Mehrwertsteuer auf sieben Prozent drücken. 1975 gab es einen solchen temporären Preisstopp. Allerdings würde dies der Regierung sehr wehtun, weil die Einnahmeeinschränkung wichtige Ausgabenposten wie die Unterstützung der Ukraine oder den Umbau des Kanzleramtes gefährden würde.  

Eine wahrscheinlichere Entwicklung ist der Weg der Rationierung und Maßregelung, wie er zu Corona erprobt wurde – mit großem Erfolg bei der Mehrheit. Diese Perspektive ergibt sich, wenn man die kriegsausgelösten Preissteigerungen als Vorwand vermutet, die Ziele der Agenda 2030 schneller zu erreichen, also eine Beschleunigung der Deindustrialisierung, Enteignung und digitalen Einpferchung der Menschen.

Tankstellenpreis als Indikator

Nicht so sehr der ohnehin seit vielen Jahren hochvolatile Ölpreis, sondern die Tankstellenpreise wären ein guter Indikator für wirtschaftliche Prognosen. Das IW in Köln geht in seinen Szenarien nur bis zu einem Ölpreis von 150 USD. Wenn dies etwa drei Euro pro Spritliter entspräche, könnte es so aussehen: Transportvolumen: -30%, LKW-Kosten: +50%, Lebensmittel: +10–15%, PKW-Neuzulassungen: -40%, Stromnetzüberlastung durch E-Auto-Boom. BIP: -2–3%, Inflation: 8–10%. Steueranteil sinkt auf 55%, Homeoffice wie zu Coronazeiten.

Das globales Forschung- und Beratungsunternehmen Wood Mackenzie sieht den Deckel bei 200 USD pro Barrel Öl. Wenn dies vier Euro pro Liter an der Tankstelle entspräche, könnte es bedeuten: Logistik auf Schiene/Elektro: Kapazitätsengpässe, Exportindustrie (Chemie, Stahl): -20%, Arbeitslosigkeit: 8%, BIP: -4%, ländliche Abwanderung: +15%.

Ab fünf Litern „weigern“ sich die einschlägigen Quellen, Prognosen herauszugeben, denn dann würden „nicht-lineare Effekte“ eintreten wie Rationierung, Unruhen, Schwarzmarkt, die nicht mehr modellierbar sind. Das könnte enthalten: Flugverkehr: -50%, Mittelstand-Insolvenzen: +60%, Hyperinflation: 15–20%, Agrarpreise: +100%, Rationierung per App, Blackouts häufig, Autoindustrie: Stillstand, BIP: -15%+, soziale Unruhen. Nahverkehr dominiert, Lieferketten: globaler Kollaps.

Ein Blick auf den Chart für Superbenzin lässt allerdings noch Hoffnung auf Beruhigung. Der Chart seit 2009 zeigt, dass noch eine Möglichkeit eines Doppeltops beim Ukraine-Hoch um 2,2 Euro besteht. Darüber ist der Weg auf mindestens 3 Euro frei oder auf ungefähr 4 Euro, was einer Wiederholung des ersten Impulses von 1,15 auf 2,2 entspräche. Bild: https://www.finanzen.net/rohstoffe/super-benzinpreis

Der Tankstellen-Interessenverband (TIV) rechnet indessen nicht mit einer schnellen Entspannung der Lage: „Die Vermutung drängt sich auf, dass die Mineralölkonzerne den deutschen Markt nutzen, um zu sehen, was geht: Auch 2,50 Euro und sogar mehr pro Liter sind am Ende denkbar“, so der TIV-Sprecher Herbert Rabl gegenüber der „Rheinischen Post“.

 Jochen Stappenbeck

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