Bombenkrieg
Der völlig zerstörte Eilbeker Weg in Hamburg nach den Luftangriffen der Operation Gomorrha. Foto: Von Dowd J (Fg Off), Royal Air Force official photographer. This photograph CL 3400 comes from the collections of the Imperial War Museums., Gemeinfrei.

Feuersturm über Deutschland

Der Bombenkrieg 1939 bis 1945

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234 britische Bomber befanden sich in der Nacht zu Palmsonntag 1942 im Anflug auf die Hansestadt Lübeck. Insbesondere die von Trave und Wakenitz umflossene Insel, auf der die Altstadt lag, bot ein Ziel, das sich in dieser wolkenlosen und frostklaren Nacht hervorragend anvisieren ließ. Der Angriff begann um 23 Uhr 18 und währte knapp vier Stunden. 400 Tonnen Bomben, zwei Drittel davon Brandstoffe, wurden über der alten Handelsmetropole abgeworfen, die bald lichterloh in Flammen stand. Es dauerte nicht lange und eine Straßenfront von 130 Kilometern Länge bildete ein Feuermeer.

Um 10 Uhr 30 am nächsten Vormittag brach der Dom Heinrichs des Löwen in sich zusammen, 1.500 der prächtigen Patrizierhäuser waren niedergebrannt. Air Chief Marshal Arthur Harris, der berüchtigte „Bomber-Harris“, war hochzufrieden. Ihm erschien die alte Hansestadt mit ihren Fachwerkbauten ohnehin „mehr wie ein Feueranzünder als eine menschliche Siedlung“. Thomas Mann meldete sich per Rundfunk aus Kalifornien zu Wort und ließ angesichts der Vernichtung seiner Heimatstadt wissen, er denke an Coventry und sei ein Anhänger der Lehre, „dass alles bezahlt werden muss“. Bis heute werden die deutschen Luftangriffe auf die mittelenglische Stadt vom 14. November 1940 gerne als Alibi für die britische Bomberoffensive herangezogen. Regelmäßig unterschlagen wird dabei allerdings, dass die deutsche Luftwaffe von 1939 bis 1942 weitgehend nach den Prinzipien der klassischen kontinentaleuropäischen Kriegsführung kämpfte und Zivilisten somit nicht das erklärte Ziel der Angriffe waren.

Der Weg zum totalen Bombenkrieg

Im Friedensplan der deutschen Regierung vom 31. März 1936 hatte Adolf Hitler vorgeschlagen, eine Konferenz einzuberufen, um den Luftkrieg „in die moralische und menschliche Atmosphäre der seinerzeit durch die Genfer Konvention dem Nichtkriegsteilnehmer oder dem Verwundeten zugebilligten Schonung zu bringen.“ Gas-, Gift- und Brandbomben sollten geächtet, die Bombardierung von offenen Ortschaften außerhalb der Reichweite der mittelschweren Artillerie der kämpfenden Front verboten werden.

Beim Treffen mit dem britischen Premierminister Neville Chamberlain am 30. September 1938 – das Münchner Abkommen war gerade unterzeichnet worden – betonte der deutsche Diktator nochmals, dass er die Vorstellung, Frauen und Kinder zu bombardieren, abscheulich fände. Die Westmächte waren damals aber nicht bereit, auf solche Avancen einzugehen. In der deutschen Militärführung gab es nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs keine Gedankenspiele über einen völlig entfesselten Bomberkrieg.

In seinem 2013 erschienenen Standardwerk „Der Bombenkrieg. Europa 1939 – 1945“ stellte Richard Overy fest: „Deutsche und französische Militärführer hielten Bombenangriffe gegen weit entfernte Ziele ohne direkten Zusammenhang mit den Erdkämpfen für eine Ressourcenverschwendung. Die deutschen Bombardierungen von Warschau, Belgrad, Rotterdam und zahlreichen sowjetischen Städten entsprechen dieser engeren Definition des strategischen Bombardements.“ Weiter betonte der britische Historiker: „Die deutschen Einsätze gegen Großbritannien beruhten auf einem genauen Ortsverzeichnis mit industriellen und militärischen Zielen, das vor 1939 mit Hilfe von Fotoaufklärung und Industriespionage zusammengestellt worden war.“

Dresden 1945 AUFGEWACHT Plus

Einen Wendepunkt in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs wie auch des gesamten 20. Jahrhunderts stellte die vom britischen Luftfahrtministerium herausgegebene „Area Bombing Directive“ dar. Sie wurde am 14. Februar 1942 fast auf den Tag genau drei Jahre vor den verheerenden Terrorangriffen auf Dresden veröffentlicht. In ihr wurden Flächenbombardements angewiesen, die sich „in der Hauptsache gegen die Moral der feindlichen Zivilbevölkerung richten sollen.“ Einen Tag später wurde Charles Portal, Stabschef der Royal Air Force (RAF), noch deutlicher und präzisierte: „Ich nehme an, dass klar ist, dass die Ziele bebaute Gebiete und nicht z. B. Schiffswerften oder Flugzeugwerke laut Anhang A sein werden.

Dies muss jedem klargemacht werden, falls es noch nicht so verstanden worden ist.“ Ein weiterer Schritt bei der Bestialisierung des modernen Krieges war vollzogen. Seine Opfer waren insbesondere Alte, Frauen und Kinder, aber auch Fremdarbeiter. In Leipzig wurde 1944 eine „Bestattungsfeier für gefallene europäische Gastarbeiter“ abgehalten. Die Identifizierung der manchmal vollständig zu Asche verbrannten Toten war nicht selten nur über Schmuckstücke möglich. Zu den Verbrannten kamen die in den Luftschutzkellern Erstickten. Brandopfer stürzten sich in Flüsse und Seen und ertranken dort. Selbst die Massen an Löschwasser können zur tödlichen Gefahr werden. Die Bomberpiloten klinkten ihre tödliche Last kilometerhoch über den deutschen Städten aus. Hätten sie ihren Auftrag im Angesicht ihrer Opfer, die vor allem aus Frauen und Kindern bestanden, erfüllen müssen, wäre ihnen das wohl kaum möglich gewesen.

Der Kampf der deutschen Jäger

Wie fast alle großen Katastrophen hatte auch diese erst klein angefangen. Kurz nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 flog die Royal Air Force nur einige begrenzte Einsätze im Nordseeraum, wobei Sylt, Helgoland und Wilhelmshaven bombardiert wurden. Die Verlustraten für die angreifenden Bomberverbände bei dieser Luftschlacht über der Deutschen Bucht waren dabei außerordentlich hoch. Dennoch soll der britische Premier Winston Churchill nach Auffassung des renommierten DDR-Luftkriegshistorikers Olaf Groehler schon ab Mitte 1940 der festen Überzeugung gewesen sein, dass nur ein massiver Einsatz der eigenen Bomberflotte den Krieg für das Vereinigte Königreich entscheiden könne.

Plauen Bombardierung
US-amerikanischer B-17-Bomber beim Abwurf seiner tödlichen Fracht. Foto: Von assumed USAAF – National Archives via the United States Air Force Historical Research Agency, Maxwell AFB Alabama.

Ein schwerer, nächtlicher Brandangriff auf Mannheim, der am 16. Dezember 1940 von 134 Bombern geflogen und bei dem das Kurfürstliche Schloss zerstört wurde, wies dabei schon weit in die grausame Zukunft des Bombenkriegs hinaus. Mit dem Luftangriff auf Lübeck im März 1942 begann dann die Reihe der systematischen Flächenbombardierungen deutscher Städte. Vom 23. bis zum 27. April 1942 folgte dann das Viertagebombardement von Rostock, womit die RAF unter Beweis stellte, dass sie zunehmend komplexere Operationen bewältigen konnte.

Schon am 4. März 1942 hatten die Briten die Renault-Werke in Boulogne-Billancourt bei Paris mit mehr als 200 Flugzeugen massiv angegriffen. Fast alle Länder Kontinentaleuropas gerieten von nun an in das Visier der britischen Bomberverbände, wobei erstaunlich wenig Rücksicht darauf genommen wurde, dass alle diese Staaten ja eigentlich von der deutschen Besatzung befreit werden sollten. Am Ende forderte allein der alliierte Luftkrieg gegen Frankreich und Italien jeweils 40.000 Opfer. Zum Vergleich: Die deutschen Luftangriffe auf Großbritannien sollen 60.000 Menschen das Leben gekostet haben. In den frühen Morgenstunden des 31. Mai 1942 wurde im Zuge der „Operation Millennium“ der erste britische Tausendbomberangriff auf eine deutsche Stadt, nämlich Köln, geflogen. Neben einer einzigen Flakstellung wurden sonst nur zivile Ziele getroffen. „Bomber-Harris“ hatte nun unter Beweis gestellt, dass es möglich war, eine so große Menge an Flugzeugen auf ein Angriffsziel zu lenken, ohne dass es zu unzähligen Kollisionen kam. Die Tausendbomberflotte blieb weiter im Einsatz und flog am 1. und 2. Juni 1942 Angriffe auf Essen und am 25. und 26. Juni auf Bremen. Eine in den Nächten über die Nordsee anrollende Feuerwalze sollte nach dem Willen Churchills nun nach und nach alle deutschen Städte zerstampfen.

Den kompletten Text könnt Ihr in unserem AUFGEWACHT-Sonderheft „Dresden 1945: Die Zerstörung von Elbflorenz“ lesen! HIER bestellen!

 Arne Schimmer

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