Fünf Jahre unerschrockener Kampf für ein freies, starkes und souveränes Sachsen! Fünf Jahre Protest, Aktion und echte Gemeinschaft gegen das Regime! Im brandneuen AUFGEWACHT-Sonderheft „Fünf Jahre FREIE SACHSEN: Die Erfolgsgeschichte einer Bürgerbewegung“ blicken wir zurück – und voraus: Revolution in Weiß-Grün/Die Köpfe und Kämpfer der Bewegung/Unsere Erfolge in den Kommunen/Montagsproteste, Bürgerzentren, Arche Sachsen/Und warum Sachsen es auch allein kann! Viele exklusive Fotos, Interviews und Einblicke in fünf Jahre unbeugsamen Einsatz. HIER bestellen!
In die unterste rechte Ecke von Sachsen muss man es erst einmal schaffen. Die Zugverbindung aus dem Norden ist heute aus unbekannten Gründen gestrichen, wahrscheinlich hat wieder mal ein Biber einen Baum gefällt, oder Kupferkabel machten sich selbständig. Zur Belohnung für die Strapazen empfängt den Besucher die herrliche, italienisierende Innenstadt. In einer Vitrine steht der Spruch des berühmten Sohnes einer Tochter der Stadt, Karl Valentin: „Es ist schon alles gesagt worden, nur noch nicht von allen.“ Das Rathaus scheint direkt aus der florentinischen Renaissance zu entstammen, so stilsicher waren die Erbauer 1840-1845 nach den Plänen des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel in der Blütezeit der Stadt. Die Orte ringsherum buhlen um die Titel Kurort und Erholungsort. Die Gesundheits-Reformbewegung war hier sehr stark. Es gab sogar ein großes vegetarisches Restaurant mit dem Namen „Hygienisches Restaurant.“
Witz, Ästhetik und Tiefgang
Zu Coronaprotestzeiten platzte der Marktplatz mitunter aus allen Nähten, vor einigen Jahren zog die Montagsdemo auf die schattige und kleinere Seite des Rathauses um. Die Kakophonie-Virtuosen der Gegendemos – wo sind sie eigentlich geblieben? – hatten zwar Raum gewonnen, aber die Schlacht verloren. Als in der dritten AUFGEWACHT-Ausgabe vom September/Oktober 2022 ein ausführliches Demoporträt erschien, war der Zittauer Montagsprotest schon legendär, eine unverwechselbare Mischung aus Witz und Struktur, Ästhetik und Tiefgang, Heimattreue und Weltoffenheit. Bis heute hat sich im Grunde nichts geändert. Noch immer werden zu Beginn „Die Gedanken sind frei“ – unter Begleitung der Bläser von Familie Brause – und zum Finale das Oberlausitzlied geschmettert, in dem es heißt:
„Wo daheim ein trefflicher Menschenschlag, rauh von Art, doch treu wie Gold, der die Heimat liebt bis zum letzten Tag, alter Sitte Ehrfurcht zollt, wo aus hundert Schloten zum Himmel auf harter Arbeit Atem haucht, wo der Landmann froh nach des Tages Lauf vor der Tür sein Pfeifchen schmaucht.“ Ja, so sind sie noch heute, immer mit einem Lächeln im vom Bergklima gegerbten Antlitz.
Professor Peter Dierich: Eine Zittauer Galionsfigur
Schon eine Stunde vor Beginn sind die Heinzelmännchen des Orgateams am Werkeln. Wie immer High-Tech vom Feinsten. Strom spendiert ein sympathisierender Geschäftsmann am Platz. Heute hat Frank Bierzeltbänke für ca. 70 Leute zur Verfügung gestellt. Im Windschatten des Rathauses wird eine Windmühle installiert, viele haben Kuchen und Schmalzbrote vorbereitet und gehen durch die Reihen der über 600 Teilnehmer. Die Zittauer Demo ist schon immer eine vor Kreativität sprühende Mitmachdemo gewesen. Professor Peter Dierich (83, Mitbegründer der Zittauer und Görlitzer Hochschule und seit 1989 demoerprobt) wird beim Auslegen seiner wöchentlichen Corona-Infoblätter mit den neuesten Statistiken (AUFGEWACHT berichtete neulich anlässlich des 200. Exemplars dieser kostenlosen Fleißarbeit, das Heft kann HIER bestellt werden) von jungen Polizisten freundlich mit „Servus“ angesprochen und gefragt, ob er der Versammlungsleiter sei, was Dierich mit den Worten verneint: „Die Beiden kommen gleich, ich will mich hier nicht hochstilisieren.“

Anders als die Nachbardemostädte bei ihren runden Jubiläen wählte das Orgateam den Minimalimus bzw. Anti-Valentinismus bei der Anzahl der Auftretenden: Nach einem Rückblick von Professor Dierich und dem von Peter Pachl auf seiner Mundharmonika begleiteten Hymnengesang gehörte die Bühne dem sächsischen König des politischen Liedes, Yann Song King. „Er wird singen, bis er heiser ist oder ihr erfroren seid“, so die Ankündigung. Sogar die eiserne Tradition der Presseschau von Harry Fröhlich pausierte heute. Das Repertoire des Dresdner Sängers ist in der Tat mittlerweile so umfangreich, dass selbst die genialen Corona-Persiflagen bekannter Hits wie neu erscheinen. „Zittau, Zittau“ dröhnte es zu Beginn nach der Melodie von Dschinghis Khan. Aus dem neuesten Album waren raffinierte Lieder mit Tschechienbezug zu hören. „‘Alles für Tschechien‘ darf man hier sagen!“ Für junge Leute gab es besondere Tipps zum Vermeiden der Kriegstüchtigkeit.
Peter Dierich brachte die Anfänge des Coronaprotests in Erinnerung und die Gründe für das ungebremste Weitermachen. Hier Auszüge aus der Rede:
„Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht, Gehorsam aber Verbrechen!“. Mit diesem Zitat aus einer Enzyklika von Papst Leo XIII. aus dem Jahr 1891 rufe ich euch ein herzliches Willkommen zu, euch Freunde des Friedens, der Freiheit und der Selbstbestimmung hier auf dem Zittauer Rathausplatz zur 300. Protestkundgebung. Es wurden heute über 600 Aufrechte gezählt!“
„Der Montagsspaziergang und die anschließende Kundgebung hatten eine Keimzelle, eine Geburtsstunde: Im April 2020 trafen sich Claudia Loewenau und Steffen Golembiewski und erkannten, dass jetzt Gehorsam ein Verbrechen wäre und organisierten mit Sebastian Renner die erste, stille Protestkundgebung am Herkulesbrunnen, sonnabends 11:00 Uhr – es fanden sich bald starke Sympathisanten, aber auch neugierige Vorbeiläufer, die dann zunehmend zu Anhängern der Protestbewegung wurden. Die 30-minütige Stille, der Protest mit Plakaten und Transparenten, die mit viel Liebe und Energie selbst gebastelt waren, wurde damals beendet mit dem Lied ‚Die Gedanken sind frei‘ und dem Beifall der Umstehenden.“
Infolge der Verschärfung der C-Maßnahmen wurden Wege gesucht, um die Behörden auszutricksen: „Ende 2020 galten Corona-Verordnungen, die beispielsweise Maskenzwang in Fußgängerzonen vorsahen, aber der Johanniskirch-Vorplatz war keine Fußgängerzone, so dass man sich dort zum Zwecke der Religionsausübung ohne Masken zusammenfinden konnte. Es wären sicher auch durchgängig andächtige Veranstaltungen geworden, wenn dies den Behörden nicht ein besonderer Dorn im Auge gewesen wäre. Sie schickten uns zeitweise eine 1:1-Betreuung durch hochmotivierte Bereitschaftspolizisten. Ein Satz klingt mir noch im Ohr, weil ich ihn über den Tumult, der von den Polizisten verursacht wurde, tönen lassen musste: ‘Wahrheit besteht für immer, Lüge nur einen Augenblick‘ (Buch der Sprüche, Kap12, Vers 17).“

„Parallel formierte sich allmählich der Montagspaziergang um den Zittauer Stadtring. Eine weitere äußerst friedliche Form des Protestes. Aber auf das besonders Friedliche meinte die Staatsmacht wieder mit besonderer Brutalität reagieren zu müssen. Brutalität ist immer ein Zeichen der inneren Schwäche und Dummheit der Verantwortlichen. Jämmerlich war dazu auch das Verhalten von lokalen Zeitungsschreibern und Lokalpolitikern, die dies förmlich herbeigeschrien haben. Manche haben noch schmerzhafte Erinnerungen an die Gewaltorgien, ich nenne stellvertretend Jörg Krause. Man hätte zwar den Protestierenden die Arme brechen können, aber nicht das Rückgrat, sie blieben standhaft. Der Montagsspaziergang wuchs – und verlor nicht seine Unschuld wie ein Präsident meinte; aber mit diesem Spruch hat Steinmeier selbst spätestens seine Unschuld endgültig verloren.“
„Zwingend, den Protest fortzusetzen“
Nach einigen weiteren Einfällen konnte Anfang 2022 das „Bürgerbündnis Grüner Ring Zittau“ gegründet werden, was dann die Montagsveranstaltung mit Ringspaziergang und Kundgebung, wie sie bis heute organisiert wird, zementierte. „Die Protest-Thematik wurde breiter. Das war aber keinesfalls unser, sondern der ‚Verdienst‘ einer total maroden, verlogenen Politik deutscher Regierungen bzw. der EU-Zentrale. Das brachte auch prominente Gastredner nach Zittau, hier eine Auswahl: Dr. Paul Brandenburg, Vera Lengsfeld, Tino Chrupalla, Antje Hermenau, Dr. Christoph Berndt, OLK Roland Bretschneider, Ralf Ludwig oder Prof. Winfried Stöcker.“
„Ich denke, ich muss uns nicht überzeugen, wie zwingend es ist, unseren Protest fortzusetzen, auch wenn manchmal Zweifel auftreten, was er denn bis jetzt gebracht hat. Aber stellen wir doch die Frage einmal anders herum: Was hätte man vielleicht mit uns noch angestellt, wenn wir nicht konstant auf der Straße gewesen wären? Ich bin mir sicher, die Politik hätte noch schlimmere Grausamkeiten gegen uns in petto gehabt!“
■ Jochen Stappenbeck
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