Wut. Kommt jetzt der Aufstand West? – Unser Heft zum Super-Wahl-März. Im März 2026 kommt es zu Wahlen in West-Ländern mit insgesamt knapp 35 Millionen Einwohnern – in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Damit kommt es zu Abstimmungen in Bundesländern mit insgesamt knapp 35 Millionen Einwohnern. In unserem AUFGEWACHT-Heft zum „Aufstand West“ stellen wir mit Blick auf Hessen und Bayern die Mosaik-Rechte vor, die es dort auf kommunaler Ebene jenseits der AfD noch gibt und befragen den bekannten Anwalt und Influencer Dubravko Mandic zum Stand der Dinge im Westen. Hier bestellen!
In Bayern und Hessen leben zusammengenommen über 19,5 Millionen Bürger – fast ein Viertel der gesamten bundesdeutschen Bevölkerung. Da ist die Anmerkung, dass die dortigen Kommunalwahlen weit mehr als nur eine regionale Bedeutung haben, beinahe überflüssig. In Bayern beispielsweise bildet die kommunale Verankerung der CSU mit ihren mehr als 2.800 Ortsverbänden das eigentliche Rückgrat der Partei. Erst das engmaschige Netz ihrer Mandatsträger ermöglicht der Partei ihre Erfolge auf Landes- und Bundesebene. Das bedeutet umgekehrt dann aber auch, dass jede Kommunalwahl im weiß-blauen Freistaat auch eine Schicksalswahl für die Christsozialen darstellt. Verlöre sie die Herrschaft über die Rathäuser, dann käme sie sofort in existentielle Nöte.
Die letzten bayerischen Kommunalwahlen fanden am 15. März 2020 statt. Die Wähler standen damals noch unter dem Eindruck des unmittelbaren Beginns der Corona-Epidemie und der Schreckensbilder aus Bergamo. Die Schockstarre der Bürger – noch vor dem Beginn der maßnahmenkritischen Proteste ab Ende März 2020 – kam dem Altparteienkartell natürlich sehr entgegen. Die CSU musste zwar Verluste einstecken, doch das Landesergebnis war mit 34,5 Prozent „besser als befürchtet“, wie die „Zeit“ bilanzierte. Die Grünen legten um 7,1 Prozent auf 17,3 Prozent zu und wurden damit erstmals zur zweitstärksten kommunalen Kraft im Freistaat. Die AfD erreichte damals 4,7 Prozent.
„Friedliches Geiselhöring“: Die kleine Revolution in Niederbayern
Zur Kommunalwahl am 8. März 2026 tritt in Niederbayern die eng mit der AfD kooperierende Gruppierung „Friedliches Geiselhöring“ mit einer eigenen Liste für den Stadtrat an. Die Initiative entstand aus Protesten gegen ein geplantes Asylheim. Die Wählervereinigung könnte ein überdurchschnittliches Ergebnis einfahren, gerade weil sich die lokalen Medien am Gründer und Schriftführer Siegfried Birl abarbeiten, weil dieser früher in der NPD aktiv gewesen war. Im Februar veranstaltete die linke Gruppierung „Geiselhöring bleibt bunt“ sogar ein „Demokratie-Konzert“ gegen den Antritt der heimatverbundenen Bürgerinitiative. Dieses dürfte am Ende nur dazu beigetragen haben, die Bekanntheit von „Friedliches Geiselhöring“ noch zu steigern. Man darf jetzt schon gespannt sein, wie am 8. März das Wahlergebnis in der niederbayerischen Kleinstadt ausfällt.

Republikaner: Refugium in Rosenheim
Bei der Europawahl 1989, als die Republikaner bundesweit 7,1 Prozent erhielten, erzielte die damals von Franz Schönhuber angeführte Partei ihr bundesweites Spitzenergebnis mit 22,1 Prozent im oberbayerischen Kreis Rosenheim und wurde hier zur zweitstärksten Kraft. Auch für die aktuellen bayerischen Kommunalwahlen hat die mittlerweile stark marginalisierte Partei eine Liste für die Stadtratswahl in Rosenheim eingereicht, über deren Kandidaten in öffentlich zugänglichen Quellen allerdings leider nichts zu erfahren ist. Außerdem treten die Republikaner im bayerisch-schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau mit dem rührigen Peter Seefried als Listenführer zur Kreistagswahl an. Seefried, der früher auch in der NPD aktiv war, wird außerdem zu den Bürgermeisterwahlen in der Stadt Wertingen antreten, hier allerdings als Kandidat der Bürgerinitiative Wertingen (BIW).

Bayernpartei: Zurück zu alter Stärke?
Die Bayernpartei war so etwas wie die erste echte Protestpartei der BRD. Bei den ersten Bundestagswahlen im Jahr 1949 konnte sie noch elf Direktmandate gewinnen. Die unliebsame Konkurrenz wurde in der Folgezeit von der CSU allerdings mit brutalen Mitteln bekämpft und immer stärker in die Bedeutungslosigkeit gedrängt. Bei den aktuellen Kommunalwahlen konzentriert man sich vor allem auf die Hochburg im Landkreis Rosenheim, wo man mit 70 Kandidaten antritt und außerdem noch in Gemeinden wie Frasdorf, Stephanskirchen und Aschau im Chiemgau auf dem Wahlzettel zu finden sein wird. Ein zweiter Schwerpunkt ist der Landkreis Ostallgäu, wo man zur Kreistagswahl und zur Stadtratswahl in Marktoberdorf antreten wird.
Ein besonderes Augenmerk wird die Bayernpartei sicherlich auf die Verteidigung ihres Stadtratsmandats in der Landeshauptstadt München legen. Hier bildet ihr Mandatsträger Richard Progl gemeinsam mit drei anderen Stadträten die FDP/Bayernpartei-Stadtratsfraktion.
■ Arne Schimmer
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