Plakat für Stefan Hartung (FREIE SACHSEN) in Aue. Bild: FREIE SACHSEN.

Die „Zeit“ über Aue-Wahl: „Rechts von der AfD ist gewaltig Platz“

Lichtelläufe, neurechte Strategien, Drohnenaufnahmen

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Das Polit-Beben von Aue wird nun auch in der „Zeit“ analysiert. Der Artikel von Michael Krell ist zwar in einigen Passagen unsachlich, fördert aber auch die eine oder andere richtige Erkenntnis zutage. So macht Krell, der in dem „Zeit“-Artikel gleich als Mitarbeiter eines mutmaßlich sehr weit links stehenden „Autorenkollektiv Terra-R“ vorgestellt wird, korrekterweise darauf aufmerksam, dass die patriotische Massenmobilisierung auf der Straße in Sachsen nicht erst mit PEGIDA 2014, sondern mit den von Hartung im erzgebirgischen Schneeberg organisierten „Lichtelläufen“ im Jahr 2013 begann. Damals gingen schon über Monate hinweg mehrere Tausend Menschen im Westerzgebirge auf die Straße, um gegen die Eröffnung einer Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Schneeberg zu demonstrieren.

Der Kampagne der FREIEN SACHSEN in Aue spricht Krell eine hohe Professionalität zu. So bemerkt er unter anderem:

„Kandidat Hartung, der seit 2009 in der Lokalpolitik tätig ist und bei der letzten Oberbürgermeisterwahl 2019 noch für die NPD 18 Prozent der Stimmen holte, spielte seine Kampagne nicht nur gezielt in die ihm vertrauten rechtsradikalen Netzwerke aus, er sprach auch das bürgerliche Milieu an über eine umfangreiche und professionell umgesetzte Plakatierung seiner politischen Positionen und fernsehtaugliche Kamerabilder (inklusive Drohnenaufnahmen) in den sozialen Netzwerken. Statt aggressive Rhetorik zu nutzen, wurde Hartung als bürgernahe, etablierte Persönlichkeit inszeniert.“

Und weiter stellt der „Zeit“-Autor fest:

„Am 7. Juni hat Hartung reelle Chancen, im zweiten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt zu werden. Gegen die harte Konkurrenz kam die AfD nicht an: Sie war zu wenig rechte Avantgarde. Auf Landes- und Bundesebene dürfte die AfD hier zwar weiter punkten. Eines ist seit dem Fall Aue-Bad Schlema für sie und auch für die Republik klar: Die AfD steht zwar rechts außen. Aber rechts von ihr ist in Teilen Deutschlands immer noch gewaltig Platz.“

Rechts-Links-Schema hat ausgedient

In anderen Passagen seines Artikels verfällt Krell dann aber wieder in den Fehler, die Ergebnisse des ersten Wahlgangs der OB-Wahlen von Aue mit den gängigen radikal linken Narrativen erklären zu wollen. Schon die Überschrift des Artikels „Wo die AfD nicht extrem genug ist“ macht den gewaltigen Fehlschluss deutlich, dem er aufsitzt. An keiner Stelle des Wahlkampfs in Aue ging es nämlich darum, dass Stefan Hartung versucht hätte, sich als „extremer“ als die AfD oder die Bewerber der anderen Parteien darzustellen oder dass er dies vom reinen inhaltlichen Gehalt seiner Aussagen auch gewesen wäre. Er wurde vielmehr als kompetent in Sachfragen wahrgenommen und konnte damit bei vielen Wählern punkten, die aus ganz unterschiedlichen politischen Richtungen kommen. Der Ausgang der Wahlen in Aue ist somit einer von vielen Belegen dafür, dass das überkommene Rechts-Links-Schema ausgedient hat und damit auch die herkömmlichen Extremismusbegriffe (die ja ohnehin immer nur von der jeweils vorherrschenden Macht definiert werden) zunehmend wertloser für eine korrekte Lageanalyse werden.

Und dann rührt Krell wieder einmal alles zusammen, um den Erfolg von Stefan Hartung in Aue zu erklären. So wenn er selbst die im Erzgebirge tatsächlich überproportional vertretenen evangelikalen Christen zum Teil eines von ihm als „rechtsextremistisch“ definierten Netzwerks erklärt, das seiner Auffassung nach bis hin zu angeblichen NSU-Unterstützern reicht. Damit zeigt er vor allem, wo er selbst politisch steht.

Andererseits kommt Krell aber auch zu einigen bemerkenswerten Ansichten, so wenn er beispielsweise den FREIEN SACHSEN zugesteht, im OB-Wahlkampf von Aue erfolgreich „neurechte Strategien“ umgesetzt zu haben oder die Bedeutung von metapolitischen Ansätzen für die Durchsetzung einer politischen Hegemonie in einem konkreten Raum betont.

 Arne Schimmer

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