Erich von Däniken (1935 - 2026). Foto: Screenshot Youtube.

Erich von Däniken: Auf der Suche nach den außerirdischen Göttern

Zum Tod des Vordenkers der Prä-Astronautik

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Am 8. Dezember 1964 erschien in der kanadischen Zeitung „Der Nordwesten“ ein merkwürdiger Artikel unter der Überschrift „Hatten unsere Vorfahren Besuch aus dem Weltraum?“. Der Autor war der Schweizer Erich von Däniken, der damals als Maître d hôtel im kanadischen Victoria arbeitete. Die Welt nahm von diesem Text damals noch keine besondere Kenntnis. Erich von Däniken freilich war überzeugt, eine fundamentale Entdeckung gemacht zu haben, denn schon die intensive Lektüre der Bibel hatte bei dem am 14. April 1935 in Zofingen im Schweizer Kanton Aargau geborenen Autor die Überzeugung reifen lassen, dass die Menschheit in ihrer Frühgeschichte von Außerirdischen besucht worden sei.

In den 6oer-Jahren unternahm von Däniken dann Reisen nach Kairo, Assuan, Abu Simbel, Beirut, Bogotá, Quito, Lima, Nazca, Cuzco, Sacsayhuamán, Machu Picchu, La Paz, Tiahuanaco, Panama und Tegucigalpa, um seine Theorie belegen zu können. Sein aufwändig recherchiertes und mehr als 400 Seiten starkes Manuskript, das den Titel „Erinnerungen an die Zukunft“ trug und das er im Herbst 1966 abschließt, will jedoch niemand haben. Er schaltete sogar eine ganzseitige Anzeige im Börsenblatt des deutschen Buchhandels, in der es hieß: „In meinem Tresor liegt ein Bestseller“. Es meldeten sich 20 Verlage, doch das Manuskript wird 20 Mal abgelehnt, bevor der Düsseldorfer „Econ-Verlag“ zuschlug, der das Buch 1968 auf den Markt brachte.

Das Buch wurde zu einer kulturellen Zäsur. Es verkaufte sich weltweit über 70 Millionen Mal, wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und löste eine bis heute andauernde öffentliche Debatte aus. Von Däniken popularisierte die Methode, antike Texte, Reliefs, Statuen und technische Artefakte wörtlich statt nur symbolisch-allegorisch zu lesen. Er schuf eine systematische Sammlung von „Anomalien“ – von den gigantischen Nazca-Linien über den „Raumfahrer“ auf dem Sarkophagdeckel in Palenque, die Präzisionssteinbearbeitung in Puma Punku, die Vimanas der indischen Epen bis hin zu den präzisen astronomischen Kenntnissen der Sumerer und Maya –, die bis heute das Rückgrat fast jeder prä-astronautischen Diskussion bilden.

Die Prä-Astronautik entsteht

Doch auf den großen Erfolg folgte ein tiefer Sturz: Weil von Däniken sich hoch verschuldet hatte, um seine Reisen zu finanzieren, wurde er Ende 1968 verhaftet und muss 452 Tage in einem Schweizer Gefängnis verbringen. Die Haftzeit nutzte er, um sein zweites Buch „Zurück zu den Sternen“ zu schreiben, das erneut ein Beststeller wurde.

Zu Beginn der 70er-Jahre etabliert sich auch der Begriff der Prä-Astronautik, der Theorien zusammenfasst, wonach außerirdische Intelligenzen in der Frühzeit der Menschheit die Erde besuchten und die menschliche Zivilisation beeinflusst oder sie sogar erst geschaffen haben. Fast 40 Bücher hat Erich von Däniken bis heute über dieses Thema verfasst und ist damit einer der meistgelesenen Sachbuchautoren aller Zeiten geworden.

Auch über das Fernsehen kann von Däniken seine These breit streuen, so in alleine über 200 Folgen, die er für die im US-amerikanischen History Channel gedrehte Doku-Serie Ancient Aliens redaktionell betreut.

Wissenschaft oder Hokuspokus?

Die Prä-Astronautik erhebt dabei den Anspruch, streng wissenschaftlich vorzugehen. In der 1997 edierten Erich-von-Däniken-Enzyklopädie wird der interdisziplinäre Ansatz betont, der „Gebiete wie Archäologie, Mythologie, Ethnologie, Astronomie, Genetik, Evolutionsforschung, Raumfahrtwissenschaft, Ingenieurwissenschaften und vieles andere mehr“ mit einschließe. Von Parapsychologie, Anthroposophie und Okkultismus grenzt man sich hingegen ab.

Doch die Prä-Astronautik hat ein großes Problem: Bislang kann sie noch keinen „rauchenden Colt“, also einen letzten Beweis, für ihre Thesen präsentieren. In jedem Fall wird man Erich von Däniken zugestehen dürfen, zumindest interessante Fragen gestellt und aus verstreuten Spekulationen, archäologischen Rätseln und mythologischen Überlieferungen ein öffentlich wirksames und massentaugliches Gegen-Narrativ zur etablierten Geschichtsschreibung geschaffen zu haben.

Seine Thesen wirken nicht mehr so exotisch wie vor 50 Jahren. Mittlerweile geht man von einer Billion Galaxien im beobachtbaren Universum aus; eine weitaus höhere Zahl, als man selbst vor 20 Jahren noch annahm. Unter den meisten heutigen Astrophysikern ist es deshalb Konsens, dass es „irgendwo da draußen“ intelligentes Leben gibt und mittlerweile gibt es selbst in Deutschland an der Universität Würzburg einen Lehrstuhl für Extraterrestrik. Am wirkmächtigsten lebten die Ideen Dänikens aber im Science-Fiction-Kino weiter. In großen Hollywood-Produktionen wie Prometheus, Stargate oder Teilen von Indiana Jones wurden zentrale Narrative der Prä-Astronautik aufgegriffen.

Der britische Filmregisseur Ridley Scott erklärte 2012 in einem Interview mit dem Spiegel, als er auf die Werke Dänikens angesprochen wurde:

In meinen Augen folgen solche Überlegungen schlicht der Logik: Wenn sie in einer klaren Nacht in den Himmel schauen und die Milliarden Sterne unserer Galaxie betrachten, dann wird der Gedanke, dass wir die einzigen intelligenten Lebewesen sein sollen, absolut lächerlich. Also: Natürlich gibt es intelligentes Leben im All.

Gestern ist Erich von Däniken in Unterseen in der Schweiz verstorben.

 Antonie Reuter

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