Der Tatort des Mordes an Halit Yozgat in der Hollländischen Straße in Kassel. Bild: Von Ich, der Urheber dieses Werkes, veröffentliche es unter der folgenden Lizenz: - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0.

Geheimakte NSU: Der rätselhafte Mord von Kassel

Auch nach 20 Jahren ist Aufklärung unerwünscht

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Vor fast genau 20 Jahren am 6. April 2006 wurde der 21-jährige Halit Yozgat in dem von seinem Vater betriebenen Internetcafé in der Holländischen Straße im Kasseler Stadtteil Nord-Holland ermordet. Er starb durch zwei gezielte Pistolenschüsse in den Kopf. Die Tat geschah am helllichten Tag in einem öffentlich begehbaren Raum.

Nie aufgelöst wurde das Rätsel um den früheren Verfassungsschutzbeamten Andreas Temme, der sich am 6. April 2006 in ebenjenem Internetcafé in der Holländischen Straße in Kassel aufhielt, in dem zu diesem Zeitpunkt der letzte der sogenannten Česká-Morde stattfand. Seine Anwesenheit während des Mordes an Halit Yozgat soll nach Temmes Aussagen ein Zufall gewesen sein.

Keine Aussagegenehmigung für V-Leute

Anfangs ermittelte die hessische Kriminalpolizei gegen den damaligen LfV-Beamten wegen Mordverdachts. Die Polizisten kamen aber nicht weiter, auch deshalb, weil der damalige hessische Innenminister Volker Bouffier den von Temme geführten V-Leuten keine Aussagegenehmigung erteilte, obwohl der VS-Beamte kurz vor und nach dem Mord mit einem seiner V-Leute telefoniert hatte.

Das Café war mit einer Fläche von nur 77 Quadratmetern klein und überschaubar. Temme saß an einem PC nur wenige Meter vom Tatort entfernt. Unabhängige Untersuchungen des britischen Forschungsteams Forensic Architecture (2017, mit Schallmessungen, 1:1-Modell-Nachbau und Geruchstests) kamen zu dem klaren Ergebnis: Der damalige VS-Beamte musste die Schüsse (94–99 Dezibel) gehört, den Körper hinter dem Tresen gesehen und möglicherweise Schießpulver gerochen haben, so die Experten.

Trotz öffentlicher Zeugenaufrufe meldete sich der Beamte Temme nicht bei der Polizei. Er wurde erst später über andere Spuren (Login-Daten von dem Rechner, an dem er gesessen hatte) als Anwesender identifiziert. Gegenüber Kollegen seiner Behörde behauptete er zunächst, das Café und Halit Yozgat nicht zu kennen – das war nachweislich falsch. Er hatte es zuvor bereits besucht und dort gechattet (unter dem Pseudonym „Wildman 70“).

Noch ein weiteres Indiz deutet darauf hin, dass Temme mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest nicht die Wahrheit über das sagt, was er in dem Kasseler Internetcafé wirklich gesehen hat. Schon die Wahrscheinlichkeit, dass ein verbeamteter Geheimdienstmitarbeiter zufällig ausgerechnet an einem Tatort einer der spektakulärsten Verbrechensserien der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik auftaucht, ist mikroskopisch gering.

Ein merkwürdiges Telefonat

Mittlerweile ist aber auch noch die Dokumentation eines polizeilich abgehörten Telefonats aufgetaucht, die der damals unter Mordverdacht stehende Temme mit Gerald-Hasso Hess, dem Geheimschutzbeauftragten des Landesamtes (LfV) führte, in dem dieser Temme einschärft:

„Ich sag ja jedem – wenn er weiß, dass da irgendwas passiert – nicht vorbeifahren.“

Aus dem Kontext des Gespräches geht also ganz klar hervor, dass der Geheimschutzbeauftragte des Landesamtes davon ausging, dass Temme wusste, „das da irgendwas passiert“, und somit also nicht zufällig am Tatort war. Da wirkt es fast schon wie eine juristische Farce, dass der Begriff „Verfassungsschutz“ in dem 3.000 Seiten starken Urteil des Oberlandesgerichts München gegen Beate Zschäpe, das 2018 erging, an keiner Stelle vorkam.

Die kriminalistische Aufklärung des Mordfalls Yozgat scheint auch 20 Jahre nach dem Verbrechen nicht zu interessieren, die politische Instrumentalisierung des Falls im Zuge des „Kampf gegen Rechts“ läuft derweil auf Hochtouren weiter. Wundert sich eigentlich noch irgendjemand darüber, dass immer mehr Bürger das Vertrauen in diesen Staat komplett verlieren?

 Arne Schimmer

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