Eine Impression von der 301. Montagsdemonstration, die in Görlitz stattfand. Foto: privat.

Görlitz: Stille Helden des Widerstands

In der östlichsten Stadt der Bundesrepublik fand am 2. Februar die 301. Montagsdemo statt

Schauprozess in Dresden – der Rechtsstaat am Abgrund! Während die sogenannten Sächsischen Separatisten in Dresden vor Gericht stehen, zeigt unser Sonderheft: Die Jagd auf Patrioten läuft auf Hochtouren. Alle Hintergründe zum laufenden Prozess gegen die sogenannten Sächsischen Separatisten sowie zu weiteren Skandalprozessen (Gruppe Freital, Reichsbürgerprozess, sog. Lauterbach-Entführer) gibt es in unserem Sonderheft zur politischen Justiz gegen Patrioten. HIER bestellen!

Eine Woche nach der fulminanten Begehung des 300. Görlitzer Montagsprotestes mit den witterungsunabhängigen Stimmungskanonen Björn Banane und Marcus Fuchs, dessen Hund Balou wie gewohnt an den richtigen Stellen bellte – oder weil er von den 300 brutschelnden Bratwürsten betört war? –, mit dem Segen von Mut-Pfarrer Eugen Böhler, unterstützt von Mitstreitern aus dem Demo-Städtebund Oberlausitz, vor allem aus Bautzen und Löbau….Wie viele würden heute wieder kommen bei minus acht Grad?

Einfach mal die Füße hochlegen und sich an den Heizkörper lehnen, kann das denn Sünde sein? Nein, alle kamen sie, die auch sonst immer kommen, weil sie es nicht zu Hause hält, solange die Heimat in Not ist. 20 Minuten lauschen die stillen Helden geduldig den Rednern, die Dringendes zu berichten haben oder sich und die Zuhörer nur vergewissern wollen, warum sie heute wieder auf dem Postplatz sind.

Der Zug der 200 Spartaner

Dann ziehen die Trommler los, volle Dröhnung aus zehn Geräten, hinter ihnen 200 Spartaner mit Fahnen und Plakaten, durch die Häuserschluchten der Innenstadt, bedächtigen Schrittes auf glitschigem Pflaster, eine Demonstrantin trägt Schiller und Dostojewski mit ihren Zitaten, vorbei an Cafés, durch deren Scheiben Tortenkonsumenten ganz baff dem Tross hinterherschauen: War irgendwas?

Die Gegendemonstranten haben eine verhältnismäßig liebliche Melodie aufgelegt, die sicher ihre kluge Botschaft unterstreichen würde, würden sie sie nicht selbst übertönen durch Gekreische und Gepfeife. Das Schöne an negativer Klugheit ist, dass sie ihrem Träger keinen Schmerz bereitet. Am Ende der Runde dünnt der Zug aus, man verabschiedet sich voneinander und entschwindet in den Gassen, die Pärchen sich weiter unterhaltend, die Einzelnen den Kopf leicht gesenkt, den anderen aufmunternd zulächelnd, bis nächsten Montag dann, im Inneren müde und munter zugleich: Lieb’ Vaterland, magst ruhig sein, ich lass dich nicht allein.

 Jochen Stappenbeck

Abonniert unseren Telegram-Kanal https://t.me/aufgewachtonline

Abonniert unseren X-Kanal: https://x.com/AufgewachtS


Kostenlose AUFGEWACHT-Leseprobe herunterladen: https://aufgewacht-online.de/leseprobe/

Friedrich Schillert

AUFGEWACHT Online

Abonnieren Sie die Stimme des Widerstands

Cookie-Einwilligung mit Real Cookie Banner