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Seit Jahresbeginn ist der Preis für das europäische Brent-Rohöl von 60 USD auf 66,5 USD (Stand 14. Januar Mittag) angestiegen. Charttechnisch sehen wir eine Parallele zur Periode vor der kriegerischen Eskalation in der Ukraine am 24. Februar 2022. Die Preisspanne betrug damals 65 USD (November 2021) und 90 USD (Februar 2022), um dann 140 USD in der Spitze zu erreichen.

Seit dem letzten Anstieg auf 81,5 USD im Zuge des 12-Tage-Krieges im Juni 2025 gegen den Iran konsolidierte der Preis in einem Abwärtskanal. Bei der Marke von 68 USD müsste es zur Entscheidung kommen: entweder Beschleunigung in Richtung alter Höchststände und darüber hinaus oder Rückfall in den Trendkanal bei plötzlicher Entspannung. Der Markt „spielt“ hier vor allem die potentielle Beeinträchtigung der Straße von Hormuz. Auf der Verkäuferseite stehen die Investoren, die Trumps Kalkül vertrauen, mit überschaubarem Risiko kleine Siege einzufahren. Die Käuferseite sieht einen Flächenbrand voraus und kombiniert dieses Risiko mit der Erwartung eines neuen Superzyklus in den Rohstoffen. Die Preisexplosionen in den Edelmetallen gelten ihr hierbei als Vorboten.
Neuer Superzyklus voraus?
Die charttechnisch operierenden Händler indes halten sich nicht lange mit Argumenten auf, da für sie sowohl Vergangenheit als auch Zukunft bereits in den gegenwärtigen Preisen enthalten sind. So könnte man gegen den Anstieg des Ölpreises argumentieren, dass ein Zusammenbruch der Weltwirtschaft auch die Nachfrage nach Öl zusammenbrechen ließe. Verschärfte Sanktionen gegen den Iran könnten dem Weltmarkt zwar schätzungsweise eine Million Barrel pro Tag entziehen, gleichzeitig könnte die OPEC mit Aufgabe der Förderdrosselung um dieselbe Menge oder mehr antworten.
Die jähen Anstiege der letzten Jahre wurden immer wieder durch einen folgenden Preisverfall quittiert. Man will ja schließlich nebenher auch noch Schurkenstaaten wie Russland wirtschaftlich in die Knie zwingen, was mit einem hohen Ölpreis noch schwieriger wird als mit dutzenden Sanktionspaketen.

Noch etwas zum möglichen neuen Superzyklus in Rohstoffen: Davon spricht man, wenn die Preise für Rohstoffe über einen längeren Zeitraum (oftmals von mindestens zehn Jahren) deutlich steigen. In der jüngeren Geschichte gab es drei solche Phasen: Zuerst 1870 bis 1910 im Rahmen des rasanten Wirtschaftswachstums der westlichen Industrieländer; darauf 1960 bis 1990 – getrieben durch die Industrialisierung und Urbanisierung der asiatischen „Tigerstaaten“, die beiden Ölkrisen (1973 und 1979) und durch die Globalisierung. Den dritten Superzyklus von 2000 bis 2008 / 2011 löste das Wachstum der Schwellenländer, allen voran China, aus. Zusammen betrachtet lagen der Kapitalrotation also entweder eine positive Erwartung bezüglich Wachstum oder eine negative aus Verknappung durch Kriege und Embargos zugrunde. Urbanisierung und technologische Revolutionen befeuerten die Preise ebenso. Derzeit befürchtet man eher das Gegenteil von Wachstum – mit Ausnahme der Sektoren für KI und Rüstung. Der Anstieg der Edelmetallpreise könnte mit ihrer Doppelnatur als Werkstoff und Wertspeicher zusammenhängen.
Globale Öl-Nachfrage: Deutschland spielt kaum eine Rolle
Die eigentlichen Rohstoffe unterteilen sich in drei Gruppen:
Energierohstoffe: Öl, Gas, Kohle und Uran u.a.
Agrarrohstoffe: Getreide, Soja, Zucker, Kaffee und Kakao u.a.
Industriemetalle: Eisenerz, Kupfer, Aluminium und Nickel u.a.
Wenn man das Wirtschaftswachstum als Voraussetzung eines Superzyklus einfordert, ergibt sich ein widersprüchlicher Blick auf die beiden Giganten China und Indien: China hat Händlern zufolge 2025 mehr Öl gekauft, als es benötigte. Das Land ist aktuell das große Sorgenkind der Weltwirtschaft. Ob Immobiliensektor, Jugendarbeitslosigkeit, Deflation oder der Taiwankonflikt: China hat mächtig mit sich zu kämpfen. Um die führende globale Wachstumslokomotive Indien ist es derzeit eher still, weil die Nachrichtennachfrage sich um die vielen militärischen Konfliktherde rankt. Das Land hat einen massiven Rohstoffhunger. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum seit 2013 liegt bei ca. sieben Prozent jährlich, was eine Verdopplung des BIPs alle zehn Jahre bedeutet. Derzeit könnte das indische BIP mit dem deutschen auf Augenhöhe liegen, es aber bald überholen. Üblicherweise entspricht ein 10-Dollar-Anstieg des Rohölpreises einer Verteuerung des Benzinpreises in Deutschland um drei bis fünf Cent. Sollte sie also größer ausfallen, könnten andere Faktoren daran schuld sein.
Die Älteren werden sich an die nicht eingetretene Prophezeiung der Fördererschöpfung von Erdöl für die Jahre um 2000 erinnern, das sogenannte Peak Oil.

Heute spricht man nur noch von Peak Oil Demand, also dem kommenden Zeitpunkt der historisch maximalen Nachfrage. Goldman Sachs sieht ihn bei 110 Millionen Barrel/Tag 2034 kommen. Die OPEC schätzt den globalen Ölverbrauch derzeit bei ca. 103 Millionen Barrel pro Tag, wobei Asien mit 55 Prozent bereits den Löwenanteil verschlingt. Nach Ländern aufgeschlüsselt führen die USA (19 Prozent), China (15 Prozent) und Indien (5,5 Prozent). Deutschland ist mit zwei Prozent auf dem zehnten Rang.
Jochen Stappenbeck
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