Balkendiagramm von Prognos-Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Bild: Screenshot.

Sachsen-Anhalt: PrognosUmfragen sieht AfD vor Landtags-Mehrheit

Wie seriös ist die Umfrage? Ein Check

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Laut einer Wahlprojektion des X-Accounts PrognosUmfragen steht die AfD mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 5. September vor einer absoluten parlamentarischen Mehrheit. Sie liegt mit Blick auf die Sonntagsfrage zur Landtagswahl bei 44 Prozent. Die CDU kommt auf 21 Prozent, die Linkspartei auf 15 Prozent und die SPD auf 7 Prozent.

Bild: Screenshot X-Account PrognosUmfragen

Entscheidend wird bei der anstehenden Wahl allerdings sein, wer nicht in den Landtag kommt. Das würde laut PrognosUmfragen das BSW betreffen, dem nur drei Prozent gegeben werden. Und es würde vor allem auch die Grünen betreffen, denen – trotz eines für diese Partei wohl beispiellos aufwändigen Wahlkampfs – bloß 3,5 Prozent gegeben werden.Die FDP käme nur auf 1,5 Prozent und die Freien Wähler auf zwei Prozent.

Wie seriös ist Prognosumfragen?

Wenn solche spektakulären Zahlen auftauchen, stellt sich natürlich sofort die Frage nach der Glaubwürdigkeit des Erstellers solcher Wahlprojektionen. Der X-Profil-Betreiber PrognosUmfragen behauptet von sich „Wahlprojektionen auf der Grundlage von Umfragen & Analysen“ zu erstellen. PrognosUmfragen zählt also auch nach eigenen Angaben nicht zu den sogenannten seriösen demoskopischen Instituten, die repräsentative Unfragen erstellen, die auf der Grundlage von Interviews mit mehr als 1.000 Befragten beruhen. PrognosUmfragen behauptet aber, „eigene Feldarbeit“ zu betreiben, also zumindest wohl auch selbst Umfragen durchzuführen, in welcher Form und in welchem Umfang auch immer. Vermutlich kombiniert PrognosUmfragen stochastisch-mathematische Modelle mit kleineren eigenen Umfragen. Auf dieser Grundlage können durchaus brauchbare Wahlprojektionen erstellt werden.

Außerdem verweist PrognosUmfragen auf Erfolge. So habe man mit Blick auf die vergangene Bundestagswahl mit den eigenen Projektionen näher am Ergebnis gelegen als große Institute wie die Forschungsgruppe Wahlen oder INSA. Das kann durchaus zutreffend sein. Das Institut Wahlkreisprognose erhebt beispielsweise auch keine repräsentativen Umfragen, erstellt aber „Trenderhebungen“ für jeden einzelnen deutschen Bundestagswahlkreis und ist damit erstaunlich erfolgreich. So konnte das Institut Wahlkreisprognose fast alle Direktmandate, die die LINKE bei der vergangenen Bundestagswahl in den einzelnen Bundesländern geholt hat, korrekt vorhersagen.

So ähnlich könnte es sich auch bei PrognosUmfragen verhalten. Festzuhalten bleibt, dass der Account keine repräsentativen Umfragen erstellt, aber deswegen im Umkehrschluss auch nicht automatisch eine reine Fake-News-Schleuder sein muss.

 Arne Schimmer

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