Symbolbild Schwester in einem Kreißsaal. Foto: GROK.

Verwechslung im Kreißsaal

Wie teuer wird das?

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In Spanien sprach am 22. Dezember 2025 das „Tribunal Superior de Justicia de La Rioja“ einer 23-Jährigen Schadensersatz von 975.000 Euro zu, weil diese im Kreißsaal mit einem anderen Mädchen verwechselt worden war und so ihre 2018 verstorbene leibliche Mutter nie kennenlernte und in sozial benachteiligten Verhältnissen aufwuchs. Auch die andere Betroffene klagte, erhielt aber noch kein Urteil. Beide forderten ursprünglich je drei Millionen Euro. In zwei ähnlichen Fällen wurde in Italien und Frankreich je eine Million Euro als Schadenssumme ermittelt.

Oft hört man: „Den haben sie bei der Geburt vertauscht“ oder „Die ist aus der Art geschlagen“, wenn jemand charakterlich so überhaupt nicht zum Rest der Familie passt. Der Fall in Spanien wirft die Frage nach Nutzen und Schaden des wahren Wissens um seine Herkunft auf, wenn die offizielle Version angezweifelt wird. In früheren Zeiten lief vieles nach dem Motto: Was du nicht weißt, macht dich nicht heiß. Eine stabile Gemeinschaft, sei es die Sippe oder das Volk, profitierte eher von einer manchmal unfreiwilligen genetischen Durchmischung als von einer rigiden Korrektheit. Es kam letztlich auf die Sozialisierung an, die traditionell in der Großfamilie vor sich ging. Und da war die genetische Zugehörigkeit eher zweitrangig. Erst mit der Atomisierung der Familienstruktur im Kapitalismus ist der Einzelne ein „Asset“ mit einem potentiellen Marktwert, den man eben in solchen Fällen der Verwechslung in Euro taxieren kann. Der Schadensersatz dient so gesehen auch der Abschreckung, auf dass der Bürger selbst aufpassen soll, dass ja alles in rechten und kontrollierbaren Bahnen verläuft.

Relevanter wird es bei Adoptionen. Die Adoptiveltern quälen sich oft in der Ungewissheit, ob und wann sie es dem Kind sagen sollen. Glück und Unglück sind immer Sache des Kontrastes. Wenn die aufgedeckte Wahrheit über die Differenz zwischen sozialen und genetischen Eltern vom Betroffenen als bitter erfahren wird, lässt sich rechtlich und finanziell weniger wiedergutmachen als bei solchen eher seltenen Fällen wie in Spanien. In den totalitären Regimen der neuesten Geschichte kam es zu Zwangsadoptionen, die unzählige Existenzen beeinträchtigten.

Frank Goldammer: „Zwei fremde Leben“

In der Franco-Ära zum Beispiel gab es ca. 300.000 Fälle gestohlener Babys, die nur bei illegaler Wegnahme ohne Zustimmung – nicht bei regulären Adoptionen – zu Entschädigungen (bis 150.000 Euro) führten. Mit Ureinwohnern verfuhr man besonders im englischen Sprachraum auf diese Art. In Australien spricht man von den „stolen generations“. Frank Goldammer veröffentlichte 2020 den Roman „Zwei fremde Leben“, der darauf aufbaut, dass in der DDR der 1960er bis 1980er Jahre ca. 2.000 bis 5.000 Kinder zwangsweise ihren Eltern entzogen wurden, oft aus politischen Gründen. Staatliche Stellen übergaben sie „geeigneten“ Parteifamilien.

Wenn man von der rechtlichen und moralischen Ebene abstrahiert, lässt sich für Einzelfälle wie in Spanien ein weiterer Gedanke nicht unterdrücken: den der Vorherbestimmung. Vielleicht hat „das Schicksal“ das kleinere Übel gewählt und die Umstände als Mittel der Fügung wirken lassen? Vielleicht wären die verwechselten Mädchen beide in der Summe ihres Glücks und Unglücks auf dem natürlichen Weg schlechter dran gewesen? Natürlich lässt sich das nicht beweisen. Wer als Betroffener daran glauben kann, hat Glück gehabt.

Und noch eine Assoziation: Es gibt Wissenschaftler wie etwa den kanadischen Psychiater Ian Stevenson, die belastbare Daten zur These der Reinkarnation gesammelt haben. Besonders beeindruckend sind Fälle, in denen Kinder die Bedingungen ihres früheren Lebens exakt so beschreiben, wie sie dann – oft an weit entfernten Orten – angetroffen werden. Der Corona-Aufklärer und Autor Stefan Bauer hat darüber anhand des Falls von Claus von Stauffenberg ein anregendes Buch geschrieben: „Drei Leben für Deutschland. Stauffenbergs Karma“.

Und da war ja noch einer, der bekannteste Fall von allen, dessen väterliche Herkunftsfrage Jahrtausende lang für Diskussionen sorgte: Jeschua-Jesus. Statt Schadensersatz zu fordern, als Sohn Gottes einer armen Handwerkerfamilie zugeschlagen worden zu sein, nahm er gemäß der Heiligen Schrift umgekehrt sämtliche moralische Schäden bzw. Sünden der Menschheit auf sich. Im Russischen sagt man: Christus litt und befahl es uns (, ihm gleichzutun). Христос терпел и нам велел.

 Jochen Stappenbeck

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