Bild aus der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d`Ampezzo. Bild: James David Vance, Gemeinfrei.

Deutschland kaputt: Olympia 2026 und das fehlende Sieger-Gen der Deutschen

Gedanken zu nationaler Stärke und dem Medaillenspiegel

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Aller Schönrednerei von Sportfunktionären und Medien während und vor allem nach den Spielen zum Trotz – am Ende hat Deutschland bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina so schlecht abgeschnitten wie lange nicht mehr: Der fünfte Platz im Medaillenspiegel ist ein klare Verfehlung der Erwartungen. Zuletzt hat Deutschland vor 62 Jahren bei den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck schlechter abgeschnitten. Damals kam eine gesamtdeutsche Mannschaft (getrennte Antritte von BRD und DDR gab es bei Olympia erst ab 1968) im Medaillenspiegel auf den sechsten Rang.

Danach kam es zu einer stetigen Steigerung der deutschen Olympia-Mannschaften bei Winterspielen. Die kleine DDR konnte sich 1984 bei den Olympischen Winterspielen in Sarajevo sogar vor der riesigen Sowjetunion an die Spitze des Medaillenspiegels setzen.

Norwegische Erfolgsgeschichte

Nach der Wiedervereinigung drehten die deutschen Mannschaften bei Olympischen Winterspielen erst so richtig auf, was inbesondere an Athleten aus dem Osten der Bundesrepublik lag, die das DDR-geprägte Sportfördersystem zwischen Kap Arkona und Fichtelberg durchlaufen hatten. 1992 in Albertville, 1998 in Nagano und 2006 in Turin belegte Deutschland jeweils den ersten Platz im Medaillenspiegel.

75 Jahre DDR

Doch mittlerweile hat Norwegen Deutschland als führende Wintersportnation klar abgelöst. Das skandinavische Land mit seinen nur etwa 5,6 Millionen Einwohnern hat seit den Spielen in Sotschi 2014 jedes Mal den ersten Platz im Medaillenspiegel belegt. Mittlerweile ist Norwegen Deutschland auch im Ewigen Medaillenspiegel der Winterspiele ganz nah auf die Pelle gerückt und wird sich wohl nach den nächsten Winterspielen auch hier endgültig an die Spitze setzen  – ein eindrücklicher Leistungsnachweis eines Landes, das in etwa so viele Einwohner hat wie Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern zusammengenommen.

Das ist mehr als nur eine Fußnote. Das Abschneiden bei sportlichen Wettbewerben sagt sehr viel aus über Mentalitäten, Traditionen, Trainingskulturen und Leistungspotentiale und kann als Indikator für den Gesamtzustand eines Landes gelten.

Schmidt und Pertini in Bernabéu 1982

In Deutschland scheint man das aber nicht so zu sehen. Hier scheint man ein tendenziell eher zweitklassiges Abschneiden als vorläufigen Höhepunkt eines Zivilisierungsprozesses zu werten. Diese Haltung hat eine gewisse Tradition bei bundesdeutschen Politikern. So bejubelte Bundeskanzler Helmut Schmidt während des Finales der Fußball-WM 1982 zwischen Deutschland und Italien auf der Ehrentribüne des Estadio Santiago Bernabéu in Madrid demonstrativ jeden Treffer der Squadra Azzura und riss bei seinen Veitstänzen den neben ihn sitzenden italienischen Staatspräsidenten Sandro Pertini fast zu Boden.

 Vor dem Spiel hatte Schmidt befürchtet, ein deutscher WM-Sieg könne eine Welle antideutscher Emotionen auslösen, nachdem das Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich (die berühmte „Nacht von Sevilla“ mit dem Schumacher-Foul an Battiston) hochdramatisch verlaufen war.

Das ist der erste Teil einer Serie, die in den nächsten Tagen fortgesetzt wird.

 Arne Schimmer

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