Das wahre Leben spielt sich vor Ort in den Kommunen ab, hier müssen auch die grundlegenden Entscheidungen zum Thema Hochwasserschutz getroffen werden. „Rathausrevolte: Die Patrioten kommen!“ – in diesem Heft zeigen wir, wie kommunale Graswurzel-Krieger zum Albtraum des Establishments zwischen Werra und Neiße werden! 47,3 Prozent für Stefan Hartung bei der OB-Wahl in Aue – Bad Schlema für einen Kandidaten der FREIEN SACHSEN waren das bislang wohl größte Fanal, das ein patriotischer Kandidat auf kommunaler Ebene setzen konnte. Wir zeigen in diesem Heft, wie katastrophal die Krise der kommunalen Haushalte wirklich ist und wie sich die schon gewählten AfD-Bürgermeister sowie Landrat Robert Sesselmann bislang bewährt haben. HIER bestellen!
Das Oderhochwasser 1997 wirkte auf viele Deutsche wie eine Bestätigung, dass die Jahrzehnte der Teilung das Zusammengehörigkeitsgefühl nicht hatten schmälern können. Bis zu 30.000 Soldaten der Bundeswehr waren gleichzeitig im Einsatz, um eine Zerstörung der schon unter Friedrich dem Großen der Natur abgerungenen Kulturlandschaft zu verhindern. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl versprach, dass keine Region aufgegeben werde. „Ich möchte, dass die Deutschen begreifen, dass wir bei der ersten Naturkatastrophe seit der deutschen Einheit zusammenstehen“, äußerte der Pfälzer damals noch.
„Nationale Welle gegen Flutwellen“
In der rechtsintellektuellen Zeitschrift „Staatsbriefe“ stellte der 2014 verstorbene Autor Wolfgang Strauß fest:
„Vor dreißig Jahren erfand ein Politologe namens Sternberger, vor 1945 Adolf, nach 1945 Dolf geheißen, das Wortungetüm ‚Verfassungspatriotismus‛. Im Sommer 1997 wurde die Kopfgeburt begraben unter Sandsäcken, begraben von Menschen mit und ohne Uniform, die bis zur Erschöpfung an kaputten Deichen vorexerzierten, was Landesverteidigung bedeutet. Flutwellen stemmte sich eine nationale Welle entgegen.“
Tatsächlich sahen viele Menschen in Ost und West in der damals im Großen und Ganzen geglückten Eindämmung des Hochwassers (in Deutschland waren anders als in Polen und Tschechien keine Todesopfer zu beklagen) auch einen Beleg für eine spezifische nationale Leistungsfähigkeit. Wenn nun 29 Jahre nach der Oderflut und fünf Jahre nach der Hochwasserkatastrophe an Ahr, Mosel und Erft eine Bilanz gezogen werden muss, dann fällt diese leider geradezu vernichtend aus. In Rheinland-Pfalz waren 136 und in Nordrhein-Westfalen 49 Todesopfer zu beklagen, das waren sehr viel mehr als beim Hochwasser 2002 in Sachsen, das 21 Menschenleben forderte, und auch mehr als beim katastrophalen Hochwasser im Osterzgebirge im Juli 1927, das für 160 Todesfälle sorgte. Diese Opferbilanz nach einer Flutkatastrophe ist für eine entwickelte Industrienation beispiellos.

Gnadenlos rächte sich der mittlerweile völlig marode Zustand der deutschen Infrastruktur. Axel Bojanowski, der frühere Chefredakteur der Zeitung „Spektrum der Wissenschaft“ und heutige „Welt“-Redakteur, stellte in der Talkshow von Markus Lanz fest, dass die mit deutschen Entwicklungshilfegeldern finanzierte Hochwasserprävention im ostafrikanischen Mosambik, einem der ärmsten Länder der Welt, mittlerweile deutlich besser funktioniert als der Hochwasserschutz in Deutschland selbst. An Mosel und Ahr hätte übrigens alles noch sehr viel schlimmer kommen können, wenn sich im Juli 2021 nicht Zehntausende von Deutschen freiwillig und in Eigeninitiative in die Katastrophengebiete begeben hätten, um dort unter dem Einsatz aller ihrer Kräfte zu helfen.
Wenn aus Helfern Neonazis gemacht werden
Als Dank dafür durften sich viele dieser Helfer von der Politik dann auch noch als Rechtsextremisten und Neonazis beschimpfen lassen, die die Flutkatastrophe angeblich „missbrauchen“ würden. Das desolate Bild wurde vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet komplettiert, der bei einem Besuch in der völlig verwüsteten Kommune Erftstadt mit seiner Entourage herumalberte und dabei die Zunge herausstreckte.
Dies ist der erste Teil eines Textes, der in den kommenden Tagen fortgesetzt wird.
■ Arne Schimmer
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