Uwe Leichsenring war zu Lebzeiten der Polit-König der Sächsischen Schweiz! Auch die FREIEN SACHSEN setzen sich entschlossen für die Interessen Sachsens ein! Fünf Jahre unerschrockener Kampf für ein freies, starkes sowie ein blockfreies und souveränes Sachsen! Fünf Jahre Protest, Aktion und echte Gemeinschaft gegen das Regime! Im brandneuen AUFGEWACHT-Sonderheft „Fünf Jahre FREIE SACHSEN: Die Erfolgsgeschichte einer Bürgerbewegung“ blicken wir zurück – und voraus: Revolution in Weiß-Grün/Die Köpfe und Kämpfer der Bewegung/Unsere Erfolge in den Kommunen/Montagsproteste, Bürgerzentren, Arche Sachsen/Und warum Sachsen es auch allein kann! Viele exklusive Fotos, Interviews und Einblicke in fünf Jahre unbeugsamen Einsatz. HIER bestellen!
Am heutigen Tag jährt sich der Tod des Politikers Uwe Leichsenrings zum zwanzigsten Mal. Der am 23. März 1967 in Sebnitz geborene Fahrlehrer zog bei der Sächsischen Landtagswahl vom 17. September 2004 über die Liste der NPD in den Sächsischen Landtag ein. Dort wirkte er als Parlamentarischer Geschäftsführer und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Am 30. August 2006 kam er im Alter von nur 39 Jahren nahe Pirna bei einer Fahrzeugkollision ums Leben. Die Behörden wollten eine Fremdeinwirkung ausschließen. Für viele seiner Weggefährten blieben dennoch große Zweifel, da Leichsenring schon aus beruflichen Gründen ein äußerst sicherer und umsichtiger Fahrer war. Von seinen Abläufen her erinnerte Leichsenrings Unfalltod an den des österreichischen FPÖ-Politikers Jörg Haider, der sich gut zwei Jahre später ereignete und bei dem ebenfalls bis heute über ein Attentat spekuliert wird.
Uwe Leichsenring gehörte zu jener Generation, die nach dem politischen Umbruch von 1989 nicht abwartete, sondern beim Neuaufbau der nationalen Opposition in Sachsen selbst Hand anlegte. Bereits 1990 trat er der NPD bei. Zeitweise war er stellvertretender Landesvorsitzender in Sachsen, von 1991 bis zu seinem Tod führte er die Geschäfte des Kreisverbandes Sächsische Schweiz. Zwischen 2002 und 2004 gehörte er außerdem dem Parteivorstand der NPD an.
In einer Zeit, in der tragfähige Strukturen vielerorts erst geschaffen werden mussten, machte Leichsenring aus dem Kreisverband Sächsische Schweiz eine der festesten Bastionen der Partei. Er war kein Funktionär, der nur zu Wahlkämpfen erschien. Als Fahrlehrer, Unternehmer, Sportfreund und Kommunalpolitiker stand er mitten im Leben seiner Heimatstadt Königstein.
Politisches Traumduo mit Dr. Johannes Müller
1999 zog er in den Königsteiner Stadtrat ein und übernahm dort den Fraktionsvorsitz. Seine kommunalpolitische Arbeit reichte von Schulwegsicherheit und öffentlichem Nahverkehr bis zu Gebühren- und Haushaltsfragen. Der Erfolg blieb nicht aus: Hatte die NPD 1999 in Königstein bereits 11,8 Prozent erreicht, waren es bei der Kommunalwahl 2004 schon 21,1 Prozent. Mehr als jeder fünfte Wähler stimmte für eine Partei, die von Politik und Medien unablässig ausgegrenzt und bekämpft wurde. Dieses Ergebnis war nicht das Werk einer kostspieligen Werbekampagne. Es beruhte auf jahrelanger Präsenz, persönlicher Glaubwürdigkeit und der Erfahrung, dass hier jemand nicht nur redete, sondern sich kümmerte.

Schon in der Mitte der 2000er Jahre wurde vor allem durch sein Wirken sowie das Wirken seines engen, in diesem Jahr verstorbenen Freundes Dr. Johannes Müller die Sächsische Schweiz zu einer Hochburg patriotischer Politik, in der damals die NPD in manchen Regionen schon Ergebnisse von über 20 Prozent erreichte. Der Grundstein der heutigen Erfolge patriotischer Parteien im Osten der Bundesrepublik wurde durch Pioniere wie Uwe Leichsenring und Dr. Johannes Müller gelegt. Diese Erfolge waren schon vor über 20 Jahren so groß, dass einige Journalisten und Medienvertreter den Gewinn von NPD-Direktmandaten bei der Bundestagswahl 2005 für möglich hielten. Auch wenn solche Erwartungen wohl unrealistisch und das Ergebnis einer geschickten Pressekampagne des damaligen NPD-Fraktionsgeschäftsführers Peter Marx waren, so hatte die NPD damals doch zumindest in der oberen Sächsischen Schweiz in den grenznahen Orten so etwas wie die politische Hegemonie erreicht. Viele Beobachter sprachen von einem Aufruhr im „Märchenland“, wie die Sächsische Schweiz wegen ihrer pittoresken Landschaft damals häufig genannt wurde.
Die Landtagswahl vom 19. September 2004 wurde zu einem Einschnitt in der Geschichte der nationalen Opposition. Mit 9,2 Prozent und zwölf Abgeordneten zog die NPD erstmals seit Jahrzehnten wieder in ein deutsches Landesparlament ein. Uwe Leichsenring stand auf Platz acht der Landesliste. Als Parlamentarischer Geschäftsführer wurde er zu einem der Männer, die aus dem Wahlerfolg eine arbeitsfähige Fraktion formen mussten.

Er kannte die parlamentarischen Regeln – und verstand es, sie gegen diejenigen einzusetzen, die der neuen Fraktion am liebsten jedes politische Lebensrecht abgesprochen hätten. Seine Reden waren klar, manchmal scharf, aber nie beliebig. Er suchte nicht die Anerkennung des politischen Betriebs. Er wollte dessen Widersprüche sichtbar machen, was ihm häufig auf glänzende Art und Weise gelang. Auch außerhalb der NPD-Fraktion galt er damals vielen Beobachtern als der beste Redner im Parlament.
Angstgegner von Georg Milbradt
Wie groß seine Wirkung bereits wenige Wochen nach dem Einzug war, zeigte die Wahl des sächsischen Ministerpräsidenten am 10. November 2004. Die NPD stellte Uwe Leichsenring als Gegenkandidaten zu Georg Milbradt auf. Obwohl die Fraktion nur zwölf Abgeordnete zählte, erhielt Leichsenring in beiden Wahlgängen jeweils 14 Stimmen. Mindestens zwei Abgeordnete anderer Fraktionen hatten also für ihn gestimmt. Milbradt verfehlte dagegen im ersten Wahlgang mit 62 Stimmen die erforderliche Mehrheit und soll laut damaligen Medienberichten kürz über seinen Rücktritt nachgedacht haben.
Leichsenring ließ sich auch durch Ordnungsmaßnahmen und parlamentarische Sanktionen nicht einschüchtern. Als ihn der Landtagspräsident im Mai 2006 für drei Sitzungstage vom Plenum und von den dazwischenliegenden Ausschusssitzungen ausschloss, zog er vor den Sächsischen Verfassungsgerichtshof. Das Gericht verpflichtete den Landtagspräsidenten im Wege einer einstweiligen Anordnung, Leichsenring wieder zuzulassen. Eine Entscheidung in der Hauptsache kam nicht mehr zustande. Nach seinem Tod wurde das Verfahren eingestellt.
Uwe Leichsenring war ein Volkstribun im besten Sinne des Wortes, der nach dem berühmten Wort Maos im Volk schwamm wie der Fisch im Wasser. Gegenüber seinen Wählern fand er mit traumwandlerischer Sicherheit die richtigen Worte, im Parlament war er wegen seiner ungeheuren Schlagfertigkeit gefürchtet. Ein Leichenring, der in Talkshows eingeladen worden wäre, hätte die Republik aus den Angeln gehoben. Sein Tod vor 20 Jahren hinterlässt bis heute Zweifel, ob nicht doch Fremdverschulden im Spiel war. Für seine Freunde bleibt er bis heute unvergessen.
Antonie Reuter
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