Wahlkampf und Geselligkeit mit Stefan Hartung im Grünen. Bild: FREIE SACHSEN.

„Die Welt“ zur Aue-Wahl: Aus Feuerwehrleuten werden Brandstifter

Anmerkungen zu einer Reportage

Das Erzgebirge lebt, das Erzgebirge bleibt eigen und widerständig! Deitsch on frei wolln mer sei – die brandneue AUFGEWACHT ist da! Im Juni 2026 jährt sich der Geburtstag von Anton Günther zum 150. Mal. Der „Tholer-Hans-Tonl“ aus Gottesgab, der größte Volksdichter und Sänger des Erzgebirges, dessen Lieder bis heute in jedem Winkel des Gebirges nachklingen, war eine einmalige Figur in der Kulturgeschichte des Erzgebirges. Wir haben ihm die Titelgeschichte unseres aktuellen Hefts „150 Jahre Anton Günther: Lieder gegen das Unrecht“ gewidmet. Außerdem eine Reportage über das Jungeuropa-Lesertreffen 2026, ein von Sascha A. Roßmüller geführtes Interview mit der US-amerikanischen Journalismus-Legende Peter Brimelow sowie vieles, vieles mehr! HIER bestellen!

In der „Welt“ meldet sich Jan Alexander Casper mit Blick auf den laufenden OB-Wahlkampf in Aue – Bad Schlema mit einer Reportage unter dem Titel „Wo ein ,Freier Sachseʽ Oberbürgermeister werden könnte“ zu Wort. Am Ende bleibt er in den Schemata des deutschen Mainstream-Journalismus gefangen: Ein bisschen Realitätsbeschreibung ja, aber immer mit dem moralischen Zeigefinger Richtung rechts und ohne echte Systemkritik an der verheerenden Migrationspolitik seit der Kanzlerschaft Merkels.

Immerhin lässt Casper einige Auer Bürger selbst zu Wort kommen, die in O-Tönen die ungeschminkte Realität der Migrantengewalt rund um den Postplatz schildern. Auch die Beliebtheit Hartungs bei den Bürgern wird nicht verschwiegen. So schreibt Casper:

„Hartung geht mit einem Bonus in die Wahl: Nach 17 Jahren Kommunalpolitik, Antritten bei mehreren Bürgermeisterwahlen und einer Landratswahl ist er bekannt wie kein anderer Politiker in der Stadt – neben dem nach fast 30 Jahren nun endgültig ausscheidenden CDU-Oberbürgermeister und gebürtigen Hessen Heinrich Kohl. Viele im Ort mögen Hartung.“

Dämonisierung der FREIEN SACHSEN

Der Artikel betont dann aber stark die angeblich „rechte“ Instrumentalisierung von Migrantengewalt durch Stefan  Hartung und FREIE SACHSEN, während die Verantwortung des etablierten Politik-Kartells für die krassen Mängel der deutschen Asylpolitik unterbelichtet bleibt. Es wirkt, als sei das eigentliche Problem nicht die unkontrollierte Zuwanderung, sondern dass „Extremisten“ daraus Kapital schlagen. Das ist ein klassisches Ablenkmanöver: Die eigentlichen Brandstifter, die für offene Grenzen, fehlende Abschiebungen und Kuschel-Justiz verantwortlich sind, werden zu Feuerwehrleuten umgedeutet, die Feuerwehrleute zu Brandstiftern gemacht.

Ansonsten arbeitet Casper mit den üblichen Etikettierungen. Gleich zweimal werden die FREIEN SACHSEN als „Neonazi-Partei“ betitelt. Nun, mal sind die FREIEN SACHSEN „Russenstusser“, mal angeblich völlig durchgeknallte Monarchisten und deshalb „Staatsfeinde“, dann Aluhut-Träger und hier angeblich Neonazis. Nur merkwürdig, dass die vor gut fünf Jahren gegründete Partei für ihre bisherige kurze Existenzdauer dann doch erstaunlich große Erfolge insbesondere bei kommunalpolitischen Antritten sowie zwei stellvertretende Bürgermeister im Freistaat vorzuweisen hat, über deren Arbeit sich bislang übrigens noch niemand beschwert hat.

Die Faschismuskeule wird mürbe

Der Neonazi-Vorwurf erfolgt wie immer ohne Belege. Es wird angemerkt, dass die FREIEN SACHSEN am 1. Mai mit schwarz-weiß-roten Fahnen durch Aue gezogen wären. Fakt ist aber – wie auch auf allen Videos von der Veranstaltung zu sehen ist – dass der Zug fast ausschließlich durch Sachsen-Fahnen geprägt war und daneben noch einige wenige schwarz-weiß-rote Fahnen zu sehen waren. Fahnenverbote gibt es bei einer freiheitlich eingestellten Partei wie den FREIEN SACHSEN eben nicht – das gilt umgekehrt dann ja auch für die Fahne der Sowjetunion, die bei jeder Dresdner Montagsdemonstration von einem bekannten und geschätzten Mitstreiter mitgeführt wird.

Casper (Jahrgang 1995, Schwerpunkt „Rechtsextremismus“ in seiner Vita) reiht sich ein in den Mainstream-Reflex: Jeder, der sich seit Jahren auf kommunaler Ebene gegen Überfremdung und Migrantengewalt ausspricht, wird sofort mit Neonazi-Assoziationen und Verfassungsschutz-Einstufungen in Verbindung gebracht. Die Kontrahenten Hartungs von der Polit-Einheitsfront aus CDU, Linkspartei und Freien Wählern erhalten hingegen ein Framing als eine Art „demokratische Brandmauer“. Eine inhaltliche Auseinandersetzung findet nicht statt. Das wird – zum Glück – für die Wähler auf Dauer zu wenig sein.

 Arne Schimmer

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