Bild: KI-generiert, auf der Basis eines Fotos des Magdeburger Doms von Gregor Rom - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0.

Ein gutes Omen: Magdeburger Dombienen produzieren ersten Honig!

Bienen reagieren unaufgeregt auf Siegmund-Sieg

Der Magdeburger Dom ist als Begräbnisort von Otto dem Großen unauslöschlicher Teil der deutschen Geschichte. Das heutige Sachsen-Anhalt bildete den engeren Herrschaftsbereich der Dynastie der Liudolfinger, die unter den Königen Heinrich und dem späteren Kaiser Otto einen großen Aufschwung nahm. Orte wie Quedlinburg, Memleben und Magdeburg sind unauflöslich mit der deutschen Geschichte im Hochmittelalter verbunden. Wenn Ihr mehr darüber erfahren wollt, dann greift zum brandneuen AUFGEWACHT-Sonderheft „Das Reich: Heilig. Deutsch. Stark“. HIER bestellen!

Seit dem Frühjahr 2026 leben vier Bienenvölker im Dach des Südseitenschiffs des Magdeburger Doms. Der Förderverein Dom zu Magdeburg hat die Idee nach dem Vorbild des Wiener Stephansdoms aufgegriffen, um Kirche und Natur miteinander zu verbinden. Ein Podest, Elektrik und eine Ausflugöffnung wurden mit Spenden eingerichtet; ein direkter Zugang zum Kirchenraum besteht nicht, sodass Besucherinnen und Besucher keine Bienen im Dom befürchten müssen.

Nach etwa sechs Monaten konnte Imker Mirko Hubert rund 200 Kilogramm Honig ernten – eine sehr gute Menge. Der erste „Domhonig“ wird seit September 2026 am Kartentisch im Dom verkauft. Der Erlös kommt dem Imker und dem Förderverein zugute, der sich sonst vor allem um den Erhalt des historischen Bauwerks kümmert.

Uhren der Natur laufen weiter

Kaum drei Tage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, deren Ausgang das Land und die Stadt am Domplatz noch immer bewegt, wurde der erste Domhonig geschleudert. Das darf man als gutes Zeichen ansehen, denn die Bienen gelten seit altersher als Zeichen von Fleiß, Ordnung und Fruchtbarkeit. Dass ausgerechnet jetzt, nach dem klaren Wahlsieg der AfD, der erste süße Ertrag aus dem Magdeburger Dom kommt, macht außerdem deutlich, dass neben den Uhren der Politik zum Glück auch die Uhren der Natur weiterlaufen und ihrem ganz eigenen Rhythmus folgen.

Im Magdeburger Dom ruhen Kaiser Otto I., der Große, und seine erste Gemahlin Editha. Ihre Gräber machen den Bau zur Grabeskirche des ersten Kaisers des Heiligen Römischen Reiches.

Byzanz und Rom als Vorbilder

In dem neuen AUFGEWACHT-Sonderheft „Das Reich: Heilig.Deutsch.Stark“ bemerkt Jochen Stappenbeck zur Bedeutung Magdeburgs für Otto den Großen:

„Dass die Ostexpansion eine mindestens so große Herzensangelegenheit für Otto war wie die Kaiserkrone, zeigen seine Pläne für die „magado burga“ (große Stadt). Einst von Heinrich als Hochzeitsgeschenk an Ottos erste Gemahlin Editha von Wessex übergeben, sollte Magdeburg nach Ottos Plänen an Glanz und Pracht Byzanz und Rom gleichkommen. Die wichtigste Quelle zu Ottos Wirken, die Schriften des Mönches Widukind von Corvay, die er für dessen Tochter Mathilde verfasste, schweigt zu diesen Plänen. Offenbar gehörte der Mönch zu ihren Gegnern. Gemessen an der Durchsetzungskraft Ottos, läge ohne dessen frühzeitigen Tod 973 mit 60 Jahren (an einem verdorbenen Stück Fleisch, wie ein anderer „Reichsgründer“: Buddha) die deutsche Hauptstadt heute wohl an der Elbe.“

Immerhin ist Magdeburg heute Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, was keine Selbstverständlichkeit ist. Die Entscheidung war 1990 stark umkämpft. Immerhin konnte sich Halle darauf berufen, von 1947 bis 1952 bereits Landeshauptstadt gewesen zu sein. Die Tradition Magdeburgs als eine der historischen Residenzstädte der deutschen Kaiser sowie als Begräbnisort von Otto dem Großen dürfte bei der in der zweiten Augusthälfte 1990 abgehaltenen Wahl zu dieser Frage, die von den Abgeordneten der Kreistage und Stadtverordnetenversammlungen vorgenommen wurde, sicherlich eine Rolle gespielt haben. Historische Größe spielt bei der Wahl von Hauptstädten eben immer noch eine große Rolle.

 Kurt Koriath

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