Unser brandneues Sonderheft: DAS REICH: HEILIG. DEUTSCH. STARK. 🔶 Dieses Heft führt dem Leser die innere Schönheit und Größe des deutschen Mittelalters vor Augen – von der Wiederbelebung der Reichsidee durch Karl den Großen bis zur Reformation Luthers und den Bauernkriegen, von der ottonischen Renaissance zu Johannes Gutenberg, dem „Mann des Jahrtausend“, vom Friedrich II., dem „Staunen der Welt“ bis zu Preußens Anfängen in der Mark Brandenburg. Das reich illustrierte Heft ist in die drei Kapitel „Die Zeit vor Deutschland“, „Imperium germanicum“ und „Der Weg in die Neuzeit“ gegliedert und bietet einen faktengesättigten Überblick über die deutsche Geschichte im Zeitraum von etwa 800 bis 1525 und eine erschöpfende Darstellung der Entwicklung der Reichsidee und -geschichte in dieser Zeit. Bildgewaltig, beeindruckend, erhebend! HIER bestellen!
Der Begriff Nation wurde vor dem 14. Jahrhundert ins Deutsche übernommen – hergeleitet aus lat. natio, „Geburt; Herkunft; Volk“ – und bezeichnet größere Gruppen oder Kollektive von Menschen, die über kulturelle Merkmale wie Sprache, Tradition, Sitten, Gebräuche, Abstammung oder gemeinsame Geschichte zu einer Einheit zusammengefasst werden. Grundlegend entspricht dies der Nation als anthropologischem Konzept, welches sich in den Begriffen der Kulturnation oder ethnischen Nation widerspiegelt. Nation in diesem Sinne bezeichnet also keinen Staat, wie er in der Vergangenheit durch Kriege oder Fürstenhochzeiten als politisches Gemeinwesen oder Herrschaftsgebiet entstanden ist, ohne dass politische Rücksicht auf die kulturellen Eigenschaften und Gemeinsamkeiten seiner Bewohner genommen wurde.
Die Kulturnation ist häufig, aber nicht zwingend, ein überstaatlicher Kulturraum. Sie lässt sich nicht durch territoriale Grenzen definieren, wie beispielsweise der arabische Sprach- und Kulturraum; Menschen, die eine solche ethnische Nation bilden, werden als Volk bezeichnet. Die Kulturnation ist ein sehr nachhaltiges Konzept der Nation, da sie den Sprach- und Kulturraum eines Volkes beschreibt. Sie ist einem Staat gedanklich und tatsächlich vorgelagert. Nation ist die durch die Geschichte bewahrte Einheit in Sprache, Kultur und Traditionen. Eine Kulturnation kann auch dauerhaft ohne den ihr zugeordneten Nationalstaat existieren. Typische Vertreter einer solchen Kulturnation sind Deutschland, Italien und Polen.
Volks- und Staatszugehörigkeit
Die Unterscheidung zwischen Kultur- und Willensnation lässt sich in der deutschen Geschichte beispielhaft veranschaulichen: natürlich sind die Niederländer ethnische Deutsche, weil sie aus Franken, Sachsen und Friesen hervorgegangen sind. Aber sie haben sich aus politischen Gründen entschlossen, am Ende des Dreißigjährigen Krieges aus dem Deutschen Reich auszuscheiden – aus guten Gründen übrigens. Ebenso auch die Schweiz. Nur haben die Niederländer ihren hauptsächlich niederfränkischen Dialekt auch zur Schriftsprache gemacht, weswegen es eine niederländische (und flämische) Literatur gibt, während Deutschschweizer Schriftsteller, wie Friederich Dürrenmatt und Gottfried Keller, eindeutig der deutschen Literatur zugeordnet werden.
Und eine Unterscheidung zwischen Volks- und Staatszugehörigkeit lieferte auch der DDR-Personalausweis. Dort hieß es bei deutschen DDR-Bürgern: Nationalität: deutsch, Staatsbürgerschaft: DDR. Bei einem eingebürgerten Ausländer stand dann eben dessen Nationalität: bulgarisch, polnisch oder ungarisch…
Der Begriff der Kulturnation steht im engen Zusammenhang mit dem Aufkommen des Nationalismus. Das Bewusstsein, eine Nation zu sein, bildete sich im 19. Jahrhundert zuerst bei Menschen mit gehobener Formalbildung, nicht bei der Masse der Bevölkerung. Das Bildungsbürgertum, später Burschenschaften und Turnvereine, waren die ersten, die Deutschland als bereits existierende geistig hoch entwickelte Nation betrachteten und angesichts der Fragmentierung Deutschlands in Kleinstaaten den Begriff der Nation als oppositionellen politischen Begriff verstanden. Sie wollten freie Deutsche sein und nicht mehr Untertanen in kleinen Fürstentümern mittelalterlicher Prägung.
Ausführung Johann Gottfried Herder in Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit):
„der natürlichste Staat ist also auch ein Volk, mit einem Nationalcharakter. Jahrtausende lang erhält sich dieser in ihm und kann, wenn seinem mitgebornen Fürsten daran liegt, am natürlichsten ausgebildet werden: denn ein Volk ist sowohl eine Pflanze der Natur, als eine Familie; nur jenes mit mehreren Zweigen.“
Nach Herder ist die Nation überzeitlich existent. Sie muss sich nur noch in der politischen Wirklichkeit ausdrücken.
Das französische Modell
Für politische Kollektive, die sich wie in der Französischen Revolution 1789 in der Nationalversammlung zu einer Nation als Staat mit einer Verfassung konstituieren, bestehen Begriffe wie Willensnation oder Staatsnation. Staat und Nation werden hier synonym verwendet. Statt völkischer Grundlagen dienen hier bestimmte Ideen oder Ideale wie „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ als Grundlage einer Nation. Die Zugehörigkeit zur Nation wird hier an ein Emanzipationsversprechen und einen Zwang zur Assimilation geknüpft. Für einen politischen Zusammenschluss von Menschen, die keiner Abstammungsgemeinschaft zuzuordnen sind, reicht im Prinzip allein die Verwendung des Begriffes Staat aus.
Die Bezeichnung als Nation wäre hier von der ursprünglichen Bedeutung als Abstammungsgemeinschaft her falsch. Trotzdem wird oftmals auch hier der Staat zusätzlich als Nation bezeichnet. Damit soll der empathisch geeinte, politisch souverän organisierte und geordnete Staat als Lebens- und Wohngemeinschaft seiner Bewohner zusätzlich – aus soziopsychologischen Gründen – betont werden.
In Frankreich, einem zentralistischen Staat, versuchte man unter dem Sinnbild der Grande Nation die Stände, aber auch die autonomen Bestrebungen der Regionen, der Dynasten und ethnischen Volksgruppen, z. B. der Bretonen, Korsen, Basken, Deutschen, usw. in den französischen Staat zu integrieren; teilweise wurde versucht deren Muttersprachen durch die französische Staatssprache zu ersetzen. Im Gegensatz dazu steht der Vielvölkerstaat Schweiz, deren Bewohner verschiedenen Ethnien zugeordnet werden können und der sich daher als so genannte „Willensnation” bezeichnet. Den typischen Einwanderungsländern Kanada, USA oder Argentinien fehlen etliche europäisch-typische Eigenschaften als Nationen, trotzdem nehmen sie für sich – wieder aus politischen und soziopsychologischen Gründen – diesen Begriff in Anspruch. Die Indianerstämme des nordamerikanischen Kontinents hingegen sehen sich zunehmend einer staatsübergreifenden ‚indianischen Nation‘ zugehörig.

Die Staatsnation ist somit begriffsnotwendig dem Staat nachgelagert, dass heißt, in diesem Staat wird theoretisch der freie Wille aller Staatsbürger unterstellt, sich zu dieser mehrheitlich beschlossenen Rechtsordnung zu bekennen und daher eine Willensnation zu konstituieren. Die typischen Vertreter der Staatsnation sind die Vereinigten Staaten und Frankreich am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
EU-Zentralismus befördert Nationalismus
Der Mensch strebt seit der Fortentwicklung aus dem Jäger- und Sammlerdasein nach fester Siedlung, nach „Durchdringung“ der Landschaft durch Anbau, Zucht, Siedlung, Verstädterung. Es entstehen „Kulturlandschaften“, zu denen der Mensch eine besonders innige Beziehung entwickelt, die sich in einer Vielzahl künstlerischer Äußerungen zeigt. Sie gehören sehr oft zu den großen kulturellen Leistungen und zeigen wie ungeheuer fruchtbar das Heimatgefühl ist. Demgegenüber erscheint gerade die Konstruktion einer „Menschheit“ als abstrakt und weltfremd. Denn nirgendwo auf der Welt existieren Menschen, die weder einem Volk, einer Kultur oder einer Nation zuzuordnen wären.
Die große Mehrheit der Bevölkerung, und zwar aller Länder europa- und weltweit, bezieht ihre Identität noch hauptsächlich aus der Zugehörigkeit zu einer Nation. So verhalten sich die Italiener, Griechen, Tschechen oder Iren. Es gibt bei der Mehrheit der Bevölkerungen kein irgendwie geartetes Zugehörigkeitsgefühl zu einer europäischen Über-Nation oder einem Super-EU-Staat.
Sicher gibt es inzwischen eine zahlenmäßig sehr kleine und wohlhabende Elite in Politik, Medien und Wirtschaft, die sich als kosmopolitisch versteht und untereinander recht gut und meist mehrsprachig kommuniziert. Gemäß den Anschauungen dieser in der Öffentlichkeit tonangebenden Schicht wäre die Abschaffung der nationalstaatlichen Souveränität der Einzelstaaten im Sinne einer multikulturellen Ideologie begrüßenswert. Sieht man sich aber die politische und gesellschaftliche Realität an, so kann man nur feststellen, dass die Hauptquelle aller politischen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Tätigkeit die Einzelstaaten sind. Daran hat auch die Zusammenzimmerung einer europäischen, demokratisch äußerst unzureichend legitimierten Bürokratie namens EU nichts geändert, auf die jetzt eilfertig die nationalen Souveränitäten übertragen werden sollen.

Auf Grund der unzureichenden demokratischen Legitimierung der EU-Bürokratie ist nicht zu erwarten, dass die Entscheidungen der künstlich als Überregierung aufgepeppten EU-Kommission in Zukunft auf größere Akzeptanz bei den Bevölkerungen der Einzelstaaten treffen werden.
In Wahrheit ist bei aller Zustimmung zum europäischen Gedanken, der für sich begrüßenswert ist, die EU inzwischen zu einem Selbstbedienungsladen verkommen, wo jeder für sich herauszuschlagen versucht, was irgendwie geht, ohne Rücksicht auf die Interessen der anderen Staaten zu nehmen. Dabei ist jedes Mittel und jeder Trick richtig, sich und der nationalen Wirtschaft unter Ausnutzung der EU-Gesetzgebung gegenüber den anderen Ländern Vorteile zu verschaffen. Deutschland als der größte Netto-Zahler ist dabei besonders betroffen.
Die Revolution von Bismarck
Die Hauptquelle der ideologisch motivierten Ablehnung der Nation durch die politisch-mediale Klasse der BRD liegt in der Fixierung und Verengung der Betrachtung der deutschen Historie auf die Jahre von 1933-45 und der daraus folgenden generellen Verdammung der eigenen Nation und ihrer Geschichte. Von der sich aus dieser Betrachtung ergebenden Geschichtsklitterung wird dann auf den unheilvollen Charakter der gesamten deutschen Geschichte und vor allem der Konsolidierung Deutschlands als eigenständige Nation geschlossen, der dann zwingend und notwendig zur Machtergreifung Hitlers und Auschwitz führen musste.
In Wahrheit hat Deutschland wie alle großen europäischen Nationen eine vielhundertjährige Geschichte mit allen Höhen und Tiefen, wobei lediglich die Konsolidierung als nationaler Gesamtstaat auf Grund spezifischer Besonderheiten gegenüber den anderen europäischen Staaten verspätet erfolgte. Aber blendet man die unsägliche Betrachtungsweise aus, die heutiges Wissen um historische Ereignisse auf Zeiten projiziert, die lange vor diesen Ereignissen liegen, muss man zu der Erkenntnis kommen, dass die Gründung des deutschen Reiches als deutscher Nationalstaat durch Bismarck in einer „Revolution von oben“ weder etwas Unheilvolles noch für die europäische Entwicklung gravierend Nachteiliges darstellt. Zutreffend ist, dass ein Staat entstanden war, der durch seine zentrale Lage in Europa, die Zahl seiner Bevölkerung wie auch sein militärisches, wirtschaftliches und wissenschaftliches Potential eine Größe erreicht hatte, wie sie durch die konkurrierenden Mächte Frankreich, England und Russland gerade noch hingenommen werden konnte. Das war keinem mehr bewusst als Bismarck, der das Deutsche Reich nach 1871 für „saturiert“ erklärte und keinerlei Gebietsansprüche an andere Staaten mehr erhob und dessen Außenpolitik auch von Gegnern nicht anders als auf Ausgleich mit den anderen Nationen bedacht bezeichnet werden kann. Er wusste genau, was eine Koalition der auch untereinander konkurrierenden Mächte gegen Deutschland für das Land bedeuten würde, und ihm gelang es im Unterschied zu seinen Nachfolgern sehr viel besser, solche Koalitionen zu verhindern.
Von dieser ahistorischen Betrachtung der eigenen Nation wird dann von den Meinungsführern in unserem Land in ebenso ahistorischer Weise auf die Sicht auf Nationen generell geschlossen. Sie ist in Wahrheit eine historische Entwicklungsstufe von Gesellschaften, wobei größere Gruppen von Menschen, die aufgrund von gemeinsamer Abstammung, Sprache, Geschichte, Traditionen, Kultur und Mythen eine Vorstellung der Zusammengehörigkeit entwickelt haben. Dabei können der Staat – als politisches Gebilde mit den drei Hauptmerkmalen eines fest abgegrenztem Territoriums, einer darauf lebenden Bevölkerung und eines zu verbindlichen Entscheidungen fähigen Ensembles politischer Institutionen mit den dazugehörigen Erfüllungs- und Erzwingungsstäben wie Verwaltung, Diplomatie und Militär – und die Nation bisweilen zur Deckung kommen oder auch nicht, wie das bei den deutschen Einzelstaaten jahrhundertelang der Fall war. Den gemeinsamen Mythen als verbindendem und einigendem Element (Sitten, Bräuche, Feste, Sagen, Legenden), wie auch Dingen wie einer gemeinsamen Religion, kommt dabei entscheidende Bedeutung zu. Denn in Wahrheit ist der historische Gehalt von Mythen bzw. deren Historizität nicht so wichtig, sondern eher der Umstand, dass er von vielen Menschen geglaubt und akzeptiert wird. Wenn das nur ausreichend viele Leute tun, erlangt dieser Mythos – wie auch Dinge wie eine gemeinsame Religion, unabhängig von dessen konkreten Inhalt – politische Relevanz für das Zusammengehörigkeitsgefühl von Nationen.
Ich bin versucht zu denken, dass im Nachkriegsdeutschland ein ganz bestimmter Mythos staatskonstituierend ist und für die Zukunft auch sein wird. Die Frage ist, ob dieser Mythos von den moslemischen Zuwanderern auch geglaubt wird.
■ Axel Michaelis
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